Gemüseanbau zur Krisenabwehr

17. November 2009, 11:38
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Für den Kärntner Landes­chef Dörfler bekommt der Gemüsegarten "als Haushaltsversorger eine neue Funktion"

Klagenfurt - Der Kärntner Landehauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) glaubt mit einer Renaissance des privaten Gemüseanbaus ein Mittel gegen die sinkenden Einkommen in Zeiten der Wirtschaftskrise gefunden zu haben. "Der Gemüsegarten bekommt als Haushaltsversorger eine neue Funktion", erklärte der BZÖ-Politiker in einem Interview in der am (morgigen) Mittwoch erscheinenden Kärnten-Ausgabe der "Woche". Dörfler war in den vergangenen Monaten mit einem Sager zum Thema "Brennnesselsuppe" und einem "Negerwitz" aufgefallen.

Er spüre, dass die Menschen in der Vorweihnachtszeit sparsamer geworden seien, erklärt Dörfler in dem Interview. "Es ist die Aufgabe des Landeshauptmannes, den Menschen Wegzeichen zu geben. Das Geld das man sich jetzt spart, kann man sehr gut im Frühjahr für den Hausgarten verwenden", so der Politiker weiter. In den 80er Jahren hatte der damalige SPÖ-Soziallandesrat Rudolf Gallob eine ähnliche Philosophie vertreten. Gallob hatte damals gemeint, mit einem Gemüsegärtchen könne man leicht "auch mit 5.000 Schilling monatlich" auskommen.

Dörfler meinte, selbstangebautes Gemüse als Ausgleich zu sinkenden Einkommen sei ein Teil seiner Überlegungen. "Der zweite Teil ist, dass die Menschen draufkommen, dass sie sich in der oberflächlichen Wegwerfgesellschaft verirrt haben. Die Werbung hat sie verführt." Auf die Frage, ob er sich in der Rolle des "Don Quichotte gegen den Zeitgeist" gefalle, meinte er: " Ich erkenne Trends früher, spüre die Sehnsucht der Menschen." (APA)

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    Garten oder Terrasse: Der Gemüseanbau hat in den Augen so manch Wohlhabender in Zeiten der Krise Potenzial. Mag allerdings sein, dass dem einen oder anderen weniger Wohlhabenden zu seinem Glück also nur noch - Sie erraten es - Garten oder Terrasse fehlen.

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