Evangelische Kirche auf Distanz zu Schönborn

16. November 2009, 17:58
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Generalsynode für Eingetragene Partnerschaft auf Standesämtern - Streit im BZÖ

Wien - Die evangelische Kirche in Österreich legt dieser Tage wieder großen Wert darauf, von der katholischen Kirche unterschieden zu werden, auch in etlichen Reaktionen an den Standard. Es sei eben nicht "die Kirche" , die die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare ablehnt. Es sind die katholischen Bischöfe.

Die evangelische Pfarrerin Christine Hubka weist etwa darauf hin, dass ihre Kirche erst am 7. November folgenden Beschluss gefasst hatte: "Die Generalsynode der Evangelischen Kirchen in Österreich begrüßt die Absicht des Bundesministeriums für Justiz zur Eintragung homosexueller Partnerschaften." Die Generalsynode stellte dabei fest, damit werde ihre Forderung aus dem Jahr 1996 "für eine zivilrechtliche Berücksichtigung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften" aufgegriffen.

Getrennt abgestimmt und ebenfalls mehrheitlich angenommen wurde die Feststellung: "Die Generalsynode tritt dafür ein, dass diese Eintragung auf den örtlichen Standesämtern stattfinden kann."

Ganz anders die Bischofskonferenz der katholischen Kirche. Vergangene Woche am Freitag appellierte Kardinal Schönborn zum Abschluss der Herbstversammlung der Bischöfe an die Abgeordneten, gegen das Gesetz zu stimmen. Das Gesetzesvorhaben ist in den Augen der Bischöfe "weder angebracht noch notwendig" , führte Schönborn aus. Nach wie vor gelte in der Kirche der Grundsatz, dass der Familie auf der Grundlage zwischen Mann und Frau bestimmte Rechte gebührten, deren Übertragung auf gleichgeschlechtliche Paare "sachlich nicht gerechtfertigt" sei.

Schwer tut sich das BZÖ mit der Aufforderung der Bischöfe. Generalsekretär Martin Strutz kündigte an, dass das BZÖ die Abstimmung im Parlament freigeben werde. Und mit Gerald Grosz hatte sich bereits der erste Abgeordnete gemeldet, der für die Eingetragene Partnerschaft stimmen wollte. Am Montag kam dann das Nein aus Kärnten, dort ist das BZÖ gegen die Freigabe des Klubzwangs. Zumindest die Kärntner Abgeordneten würden "geschlossen gegen den Gesetzesentwurf stimmen", kündigte Landeparteichef Uwe Scheuch an. Der Steirer Grosz konterte umgehend: Auch "im Umgang mit Steuergeld" und "horrenden Parteienförderungen" hätten die Steirer eine "andere Sicht der Dinge" als die Kärntner. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2009)

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