Gaddafi trifft 200 Italienerinnen

16. November 2009, 12:30
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Libyens Staatschef sprach sich für Trennung von Religion und Staat aus

Rom - Während des dreitägigen Welternährungsgipfels in Rom hat Libyens Staatschef Muammar Gaddafi ein abendliches Kontrastprogramm ganz nach seinem Geschmack angeordnet. Für insgesamt drei Gala-Abende suchte eine Agentur insgesamt 500 "hübsche Mädchen aus ganz Italien", wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag berichtete.

"500 Mädchen gesucht, niedlich, zwischen 18 und 35 Jahre alt, mindestens 1,70 Meter groß, gut angezogen. Keine Miniröcke oder tiefen Halsausschnitte", zitierte Ansa aus einer Anzeige. Gaddafi wollte mit ihnen "Ideen austauschen" und ihnen nach libyscher Art "Ehre erweisen". Für Sonntagabend rekrutierte die Agentur 200 junge Frauen. Für die beiden darauffolgenden Abende wurden insgesamt 250 weitere Italienerinnen engagiert. Ihr Lohn: 50 Euro und ein Koran.

Am Abend traf Gaddafi dann 200 junge Italienerinnen. Bei dem Abend in der libyschen Botschaft in Rom hielt der libysche Revolutionsführer im Gegensatz zum ersten Treffen keine Lektion über den Islam, sondern antwortete auf die Fragen der von einer Model-Agentur angeheuerten Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren.

Quelle: Youtube

Während des zweistündigen Treffens antwortete Gaddafi auch auf eine Frage bezüglich des umstrittenen Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), wonach Kruzifixe nicht in Schulklassen hängen dürfen, weil damit das Recht der Schüler auf Religionsfreiheit verletzt werde. "Religion ist ein Weg zwischen Gott und dem Menschen. Wichtig ist, die Religion nicht in den Staat zu stellen. In Libyen wird niemand gezwungen, das Symbol der Mondsichel an die Wand zu hängen. Wer es will, tut es", antwortete Gaddafi nach Angaben italienischer Medien.

"No comment" zu Berlusconi

Eine Frau fragte Gaddafi, der freundschaftliche Beziehungen zum italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi pflegt, über seine Meinung über den Skandal um wilde Partys und Callgirls, der den Medienzaren in den letzten Monaten schwer belastet haben. Gaddafi lächelte und gab zu verstehen, er wolle sich zu diesem Thema nicht äußern.

Ein letztes Treffen zwischen Gaddafi und jungen Frauen ist am heutigen Dienstagabend vorgesehen. Die Frauen, die mindestens 1,70 Meter groß und elegant gekleidet sein müssen, wurden für 50 Euro von der Agentur "Hostessweb" gebucht. Miniröcke oder Dekolletes für die Kandidatinnen waren strikt untersagt. Das Gipfeltreffen der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) geht am Mittwoch zu Ende.

Schon bei einem Besuch in Rom im Juni hatte Gaddafi an einem Treffen mit 1.000 Frauen teilgenommen. Die Zusammenkunft im römischen Konzert- und Veranstaltungszentrum "Auditorium" war von der italienischen Gleichstellungsministerin Mara Carfagna angeregt worden. Auf dem Programm stand unter anderem eine 40-minütige Rede des "Colonnello" - wie Al-Gaddafi in Italien auch genannt wird - über die Rolle der Frau in Afrika. (APA)

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    Großer Andrang in der Via Caldonazzo, wo Gaddafi residiert.

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    Zwei Kandidatinnen an der Bushaltestelle

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