Vatikan-Tagung erörtert Existenz außerirdischen Lebens

10. November 2009, 20:09
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Leiter der Vatikanischen Sternwarte hält intelligente Wesen auf anderen Planten für mit dem katholischen Glauben vereinbar

Vatikanstadt - Der Vatikan hat im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung im Vatikan die Möglichkeiten der Existenz von Leben außerhalb der Erde erörtert. An dem Seminar anlässlich des internationalen Jahrs der Astronomie nahmen rund 30 Astronomen, Biologen, Physiker, Geologen und Chemiker teil.

Er sei optimistisch, schon in wenigen Jahren auf Spuren einer solchen außerirdischen Existenz zu stoßen, meinte der US-Astronom Chris Impey am Dienstag zum Abschluss der viertägigen Veranstaltung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Impey verwies auf die "unglaublichen Fortschritte" bei der Suche nach neuen Planeten: Erst 1995 sei der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt worden, jetzt "kennt man schon mehr als 400".

Nach Ansicht der Astrophysikerin Athena Coustenis vom französischen Wissenschaftsinstitut CNRS sind die Chancen am größten, außerirdisches Leben innerhalb unseres Sonnensystems zu finden. "Wenn es existiert, werden wir es rasch finden", sagte sie. Sie wies darauf hin, dass auf dem Gebiet der Astrobiologie die "Realität jeden Tag die Fiktion überholt.

Mit dem Glauben vereinbar

Inzwischen hält auch die katholische Kirche außerirdisches Leben mit der christlichen Lehre und der Bibel vereinbar. Der Leiter der Vatikanischen Sternwarte, Jose Gabriel Funes, meinte: "So wie es eine Vielzahl an Kreaturen auf der Erde gibt, so könnten ebenso andere Wesen, darunter auch intelligente, existieren, die alle von Gott erschaffen wurden. Dies steht nicht im Konflikt mit unserem Glauben, weil wir der kreativen Freiheit Gottes schließlich keine Grenzen ziehen können."

Dies sieht allerdings nicht jeder so. Paul Davis, ein Theoretischer Physiker, erklärte in der Washington Post, die Bedrohung des Christentums durch die mögliche Existenz von Außerirdischen würde von den Kirchenführern heruntergespielt. "Ich denke die Entdeckung einer zweiten Genesis wäre von enormer spiritueller Bedeutung.", meinte er. Immerhin sei dem christlichen Glauben gemäß Gott in Form von Jesus Christus Fleisch geworden, um die Menscheit zu retten und nicht etwa Delfine, Schimpansen oder gar kleine grüne Wesen von anderen Planeten. (red/APA)


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