Care-Pakete für Audimaxisten

8. November 2009, 17:15
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Hörsaalräumung in Deutschland - Protest auf Reisen

Wien - Angespornt durch die österreichische Protestwelle, geht in Deutschland am 17. November der bundesweite Bildungsstreik in die zweite Runde. Bereits jetzt zeigen sich deutsche Studierende mit ihren österreichischen Nachbarn solidarisch und harren in Hörsälen der Uni Heidelberg, der Uni Tübingen und der Uni Potsdam aus.

Anders als in Österreich, wo der größte Hörsaal der Uni Wien seit mehr als zwei Wochen von den "Audimaxisten" besetzt ist, reagieren deutsche Uni-Verwaltungen weniger kulant. Die Unis in Münster und München wurden rasch geräumt, der Abzug der Besetzer an der Uni Marburg wurde nach einer Androhung des Zwangsausschlusses aus der Uni (samt Strafanzeige) erreicht. Eine Antwort kam postwendend aus Innsbruck. Studenten protestierten spontan vor dem deutschen Konsulat. "Wir sind froh, dass die Rektorate in Österreich so verständnisvoll auf die Besetzungen reagieren. Anscheinend ist das in manchen deutschen Unis anders", meinte ein Student.

Der grenzüberschreitende Protest ist im Laufen - oder auf Reisen: Das Transparent "Free Uni" , das von Salzburger Studenten auf der Festung Hohensalzburg platziert wurde, hing schon - mit einem Stopp in Innsbruck - in München und macht Station in Heidelberg. Danach geht es nach Tübingen.

Umgekehrt organisiert die AStA - das deutsche Pendant zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) - das Projekt "Care for Vienna" . Von Kiel aus reisen Studenten mit einem VW-Bus durch Deutschland und sammeln Care-Pakete für Österreich. Geplante Ankunft in Wien: Dienstagabend. (sni, DER STANDARD, Printausgabe, 9.11.2009)

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    Grenzüberschreitender Protest: "Free Uni" startete auf der Salzburger Burg, reiste dann nach München und jetzt nach Tübingen.

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