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Suppe kochen mit dem Auto

30. November 2009, 11:10

Rollstühle fahren schon lange mit Strom. In den Autos haben wir Batterien, genauso in den Motorrädern. Kommen nach den Hybrid-Fahrzeugen reine E-Mobile, und was werden sie können?

Wenn sich die Idee von Willet Kempton durchsetzt, werden wir in ein paar Jahren vielleicht mit unserem Auto die Suppe kochen: Kempton hat mit einem Team an der Universität von Delaware berechnet, dass 90 Prozent der Autos in den Industriestaaten selbst zur Hauptverkehrszeit auf einem Parkplatz oder in einer Garage stehen. Und wenn wir eine typische Stoßzeit nehmen, können wir ja Freitag zu Mittag betrachten: Auf den Straßen ist die Hölle los. Und in den Küchen ist die Hölle los. Während die einen nach Hause stauen, bereiten die anderen zu Hause das Mittagessen vor.

Wenn in einer Großstadt viele E-Herde gleichzeitig eingeschaltet werden, treten Stromspitzen auf, die demnächst vielleicht die parkenden Autos abfangen können – so das Elektroauto Einzug gehalten hat. Angeschlossen ans Stromnetz kann es bis zur nächsten Fahrt als Stromspeicher dienen. „Vehicle-to-grid“ wird von Insidern die Idee genannt, die hinter den am Stromnetz hängenden Autobatterien steckt.

Induzierte Magnetfelder

Was wir dazu brauchen, sind viele Elektroautos und ein Netz, an dem sie ständig hängen können, wenn sie abgestellt sind. Das muss nicht unbedingt eine Steckdose sein: Eine Möglichkeit sind Schleifen im Boden, die ein Magnetfeld induzieren, das in einer Spule im Auto wieder zu Strom wird – ein ähnliches System also, wie es z.B. bei elektrischen Zahnbürsten verwendet wird.

Was wir für ein funktionierendes Vehicle-to-grid-System noch brauchen, sind neue Batterien. Durch das ständige Be- und Entladen verkürzt sich die Lebensdauer der Energiespeicher viel zu schnell. Aber die Akku-Technik ist ohnedies ein wunder Punkt bei den Elektrofahrzeugen: Der Tesla, ein Elektroauto um rund 100.000 Euro, verwendet als Energiespeicher zusammengeschaltete Laptop-Akkus. Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus eignen sich aber nur bedingt für den Einsatz in Kraftfahrzeugen. Sie schaffen es eher, wenig Leistung über einen langen Zeitraum abzugeben – wie etwa in einem Notebook oder Mobiltelefon – als viel Leistung in kurzer Zeit, wie für einen starken Elektromotor benötigt wird. Bei Rollstühlen werden oft konventionelle Blei-Akkus verwendet. Die sind aber zu schwer, um sie in Elektro-Autos, E-Motorrädern oder Fahrrädern mit Elektro-Unterstützung zu verbauen.

Stichwort Effizienz

Während man Fahrräder mit elektrischer Tretkraft-Unterstützung und E-Mofas vielerorts schon relativ häufig sieht, sind E-Motorräder und Elektro-Autos noch sehr rar. Wenn schon, dann trifft man auf ein Hybrid-Fahrzeug – ein Auto, oder neuerdings auch einen Roller, welcher einen Verbrennungs- und einen Elektromotor hat. Damit wird z.B. bei Stop-and-Go-Verkehr laufend Bremsenergie wieder in den Energiekreislauf des Autos zurückgespeist und so die Effizienz erhöht.

Elektromobilität ist der Schlüssel zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Bereich Verkehr. Denn die Vorteile gegenüber herkömmlichen Verbrennungsmotoren fallen deutlich ins Gewicht: Elektromobile weisen eine wesentlich höhere Endenergieeffizienz auf und schädigen unsere Umwelt nicht durch Emissionen (Feinstaub, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeloxide und Rußpartikel). Geht es nach den Plänen der E-Wirtschaft, sollen daher bis 2020 500.000 E-Mobile auf Österreichs Straßen unterwegs sein. Damit könnte die Elektromobilität auch einen großen Beitrag zum Ziel leisten, bis 2020 10% erneuerbare Energien im Verkehr zu erreichen.

  • Fahrräder mit elektrischer Unterstützung sind schon heute en vogue.
E-Motorräder und Autos genießen dagegen noch Seltenheitswert auf
unseren Straßen.
    Foto: Salzburg AG

    Fahrräder mit elektrischer Unterstützung sind schon heute en vogue. E-Motorräder und Autos genießen dagegen noch Seltenheitswert auf unseren Straßen.

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