Das Comet-Universum dehnt sich weiter aus

3. November 2009, 19:23
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Mit den soeben gekürten neuen Kompetenzzentren ist Österreichs Comet-Landkarte so gut wie komplett

Zu haben sind noch kleinere Trabanten, die K-Zentren, für die im Februar 2010 Geld ausgeschüttet wird.

AlpS als Kompetenzzentrum für Klimawandeltechnologie war der Spitzenforschung im kleinen Alpenland wohl doch ein bisschen zu alpenländisch. Oder nicht ausgereift genug, wie FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner den Rausschmiss des Tiroler Angebots aus dem Kompetenzzentrumwettbewerb Comet rechtfertigt. Damit das Konsortium "AlpS – Centre for Climate Change Adaption Technologies" aber doch nicht ganz leer ausgeht, wurden die Anbieter eingeladen, einen Antrag als K1-Zentrum zu stellen. K1 ist die nicht ganz so anspruchsvolle Comet-Variante, kleiner und mit geringerer Laufzeit als die Spitzenliga K2.

Mit der Vergabe von sechs neuen Zentren in der Vorwoche ist die Comet-Landkarte vorerst komplett. Künftig wird in insgesamt fünf K2-Zentren Spitzenforschung im engen Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft betrieben. Ob es eine dritte Tranche geben wird, wird frühestens Ende 2010 entschieden, vertröstete Verkehrsministerin Doris Bures die nicht zum Zug Gekommenen. Dann nämlich wird absehbar sein, ob es über die 750 Millionen Euro Staatsförderung (davon 250 von den Bundesländern) hinaus weitere Bundeszuschüsse geben wird. Das hängt maßgeblich vom Bundeshaushalt ab, der 2010 für die Jahre 2011 und 2012 verhandelt wird.

Den Zuschlag erhielten vorige Woche die zwei K2-Konsortien mit Schwerpunkt industrielle Biotechnologie und Tribologie (Reibungslehre): Das "Austrian Center of Industrial Biotechnology" (Acib) mit Hauptstandort in Graz wird vernetzt arbeiten, befinden sich doch Ableger in Tirol und Wien.

Mit XTribology, dem "Excellence Center of Tribology" in Wiener Neustadt (mit Filialen in Vorarlberg und Wien) konnte auch Niederösterreich ein K2-Zentrum ins Land und damit Potenzial kaufen, um im forschungsmäßigen Weltall sichtbare Spuren zu hinterlassen. Denn K2-Zentren mit zehn Jahren Laufzeit müssen internationale Unternehmen und Wissenschafter einbinden.

Um vier auf 15 Konsortien angewachsen ist auch der Kreis der in Art und Umfang am besten mit den Comet-Vorgängern K-plus vergleichbaren K1-Zentren. Sie werden in Niederösterreich, in der Steiermark, in Wien und in Oberösterreich forschen, die Arbeitsschwerpunkte liegen auf Medizin-Technologien, Polymerchemie, Informationstechnologie und Holzverbundwerkstoffen. Mit Wood-Comet hat es erneut Österreichs Kernexportprodukt Holz auf die Ränge geschafft. Wood-Comet hat sich Holzverbundwerkstoffen und Holzchemie verschrieben, genauer gesagt der Entwicklung von Holzmaterialien, die durch Mischung mit Kunststoffen formbar werden und trotz geringen Gewichts hohe Widerstandsfähigkeit aufweisen.

Ganz verglüht ist Comet übrigens nicht: Noch zu haben sind sogenannte K-Projekte, kleinere Netzwerke (oder Vorstufen für potenzielle K1-Kandidaten), oder Projekte, die es aus finanziellen, wissenschaftlichen oder zeitlichen Gründen (noch) nicht in die K1-Liga geschafft haben. Die dritte Ausschreibung für K-Zentren läuft seit dem Frühjahr, der Zuschlag soll Ende Februar 2010 erteilt werden. Bisher wurden zehn K-Projekte bewilligt. (ung/DER STANDARD, Printausgabe, 04.11.2009)

  • Kompetenz Zentren in Österreich.

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