Amtsverständnis

30. Oktober 2009, 18:41
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Richard Lugner will wieder für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren

Richard Lugner will wieder für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Berichtet die Fellner-Zeitung. Wird schon stimmen. Der unter dem Public-Attention-Syndrom leidende, unermüdliche Amant gibt nämlich ein Originalzitat ab: "Ich würde einfach volksnäher sein. Nur mit den Diplomaten essen gehen, das ist es ja nicht."

Das kommt uns doch bekannt vor? Richtig, es gab noch einen Bewerber, der das Amt "ganz anders" , nämlich populistischer gestalten wollte: "Bürgernah, bei den Menschen sein und, wenn nötig, ein mahnend-durchsetzendes Wort sprechen." Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich, skizzierte so seine Amtsvorstellung, ehe er verzichtete.

Bitte, was heißt "volksnäher" , "bürgernah" ? Durch die Straßen wandeln, den Leuten dröhnend auf die Schulter dreschen und alle fünf Minuten eine Intervention zu Grundstücksstreitigkeiten, Postenbesetzungen und Steuerbefreiung an den Sekretär weiterreichen? Polizisten in Schutz nehmen ("mahnend-durchsetzendes Wort" ), die einen 14-Jährigen aus zwei Meter Entfernung in den Rücken geschossen haben? Populismus haben wir genug in der Politik. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 31.10.2009)

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