Grüne kritisieren "Vergabechaos" bei Umbau

29. Oktober 2009, 13:48
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Keine EU-weite Ausschreibung - Sieger der Ausschreibung stehe vermutlich schon im Vorhinein fest - Planungskompetente Stellen nicht eingebunden

Wien - Die Wiener Grünen orten wieder einen Fall von "Vergabechaos" in Wien. Diesmal ist der Umbau des Stadthallenbades betroffen.Das Hallenbad, das zum von Architekt Roland Rainer geplanten Stadthallenkomplex gehört, soll bis Herbst 2011 modernisiert werden. Vorgesehen ist nicht nur ein neuer Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Whirlpool, sondern auch die Verlegung des Eingangsbereichs vom Vogelweidplatz auf die Hütteldorfer Straße, wobei hier - falls das Bundesdenkmalamt zustimmt - ein vollverglaster Zubau errichtet werden soll.

Die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner kritisiert, dass die Magistratsabteilung 51 nicht nur auf einen Wettbewerb, sondern überhaupt auf jede transparente Lösungsfindung" verzichte. Der Verdacht liege nahe, dass der Sieger für das Generalplanungsverfahren schon im Vorhinein feststehe. Immerhin würden trotz des erst angelaufenen Verhandlungsverfahrens schon konkrete Vorentwürfe und Unterlagen für die Einreichung des Bauvorhabens vorliegen, so Gretner.

Angesichts geschätzter Brutto-Kosten zwischen 19,9 Mio. und 20,4 Mio. Euro liege das Vorhaben weit über dem EU-Schwellenwert von 211.000 Euro. Ein Grund mehr, warum das Projekt EU-weit ausgeschrieben hätte werden müssen,  so Gretner.

Planungskompetente Stellen nicht eingebunden

Bisher seien weder die "planungskompetenten Dienststellen" im Rathaus wie etwa die MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung), die MA 34 (Bau- und Gebäudemanagement) noch die Baudirektion noch Vertreter der Architektenkammer eingebunden, hieß es. Die Grünen fordern nun den zuständigen SPÖ-Stadtrat Christian Oxonitsch auf, das Verfahren zu stoppen. (APA)

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