Den Bewegungsapparat schützen

29. Oktober 2009, 10:38
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Forschungsprojekte zur Vermeidung von Beschwerden des Bewegungsapparats

Bern - Beschwerden des Bewegungsapparats treten sehr häufig auf. Das nun abgeschlossene schweizer Forschungsprogramm "Muskuloskelettale Gesundheit - Chronische Schmerzen" hat aufgezeigt, dass der Bewegungsapparat lebenslang geschützt und erhalten werden muss, um Leiden zu vermeiden und die Kosten zu vermindern, teilt der Schweizerischer Nationalfonds SNF in einer Aussendung mit.

Rückenschmerzen plagen neun von zehn Menschen mindestens einmal in ihrem Leben. Während der letzten fünf Jahre widmete sich das Forschungsprogramm der Frage, wie Rückenschmerzen und andere Beschwerden des Bewegungsapparates besser behandelt oder sogar vermieden werden können. Denn muskuloskelettale Erkrankungen belasten nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern verursachen auch enorme direkte und indirekte.

Im Rahmen von insgesamt 26 Projekten haben Forschende zahlreiche neue Möglichkeiten entdeckt und entwickelt, um die Gesundheit des Bewegungsapparates in allen Altersgruppen zu fördern.

Sport als Belastung für die Hüften

Der Bewegungsapparat entwickelt sich in der Kindheit und Jugend. Abwechslungsreiche und häufige Bewegungsabläufe unterstützen während dieser Zeit den optimalen Aufbau von Knochen- und Muskelmasse. Wie ein Projekt jedoch gezeigt hat, sind für junge Menschen mit erhöhtem Risiko für Hüft-Arthrosen nicht alle Sportarten gleich gut geeignet.

Ein Versuch mit über 1.000 Personen zeigte, dass ein Viertel der Teilnehmer die Unterschenkel beim Sitzen weniger stark nach außen drehen kann und deshalb eine so genannte verminderte Innenrotation der Hüfte aufweist. Deshalb sollten Personen mit einer verminderten Innenrotation zusätzliche Risiken vermeiden und auf Sportarten mit schnellen und kraftvollen Hüftbewegungen wie zum Beispiel Eishockey oder Karate verzichten.

Mit aktivem Training zurück zur Arbeit

Im Erwerbsalter drängt sich neben der Vermeidung von Risiken vor allem die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit auf. Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere chronische Rückenschmerzen, gehören zu den häufigsten Beschwerden. Im Rahmen eines weitern Projektes wurden unterschiedliche Behandlungsmethoden für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass das aktive Training - die so genannte funktionsorientierte Behandlung - eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bewirkte. Die Patienten werden aufgefordert, weiter zu trainieren, auch wenn die Schmerzen zunehmen. Auch bei der herkömmlichen Behandlung ist körperliche Aktivität erwünscht, allerdings nur, wenn sie nicht weh tut. Mit aktivem Training konnten die Krankenstandstage wesentlich verringert werden.

Im Alter fit bleiben

Im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der Muskeln ab und das Sturzrisiko zu. Stürze sind eine der häufigsten Ursachen, weshalb ältere Menschen pflegebedürftig und in ein Heim eingewiesen werden. Um Stürze zu vermeiden, müssen betagte Personen ihre Kraft, ihre Beweglichkeit und ihre Koordination fördern. Eine Projektgruppe hat bei über 80-jährigen gesunden Frauen und Männern eine speziell für diese Altersgruppe neu entwickelte Trainingsmethode getestet. Am so genannten exzentrischen Ergometer, der einem Hometrainer ähnlich sieht, werden die Pedale von einem Motor angetrieben und von den Trainierenden abgebremst. Das Bremstraining nimmt die Beinmuskeln intensiv in Anspruch- und steigert deren Kraft mindestens ebenso wie herkömmliche Trainingsmethoden -, schont jedoch das Herz. Zudem stellt das Trainingsgerät wegen der ständig wechselnden Antriebskraft hohe Anforderungen an die Koordinationsfähigkeiten der Teilnehmenden. (red)

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