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Grafik: APA

Wien - Heute Nachmittag beginnen die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 520.000 Beschäftigte im heimischen Handel. Die Stimmung ist besser als bei den Metallern, trotzdem könnte es für die Verhandler nicht einfach werden. Mit einer Einigung ist heute nicht zu rechnen. Beim ersten Treffen findet traditionell erst ein Abtasten statt. Acht weitere Verhandlungstermine wurden festgelegt.

Die Gewerkschaft fordert einen realen Gehaltszuwachs und betont, dass der Handel von der Wirtschaftskrise weniger stark als die Industrie getroffen wurde. Daher ist es sogar möglich, dass der Handel heuer erstmals besser abschließen wird als die Metaller. Vor allem die unteren Einkommen sollen stärker angehoben werden, denn diese seien von der Krise besonders betroffen, betonte Arbeitnehmer-Verhandler Manfred Wolf heute, Mittwoch, im ORG-Morgenjournal.

Der neue Arbeitgeber-Chefverhandler Fritz Aichinger sieht die Situation anders. "Wir haben sicher eine andere Entwicklung als in der Industrie, aber trotz alledem ist der Wettbewerb bei uns sehr streng. Wir haben in den Umsatzbereichen ein Minus. Von der Ertragssituation sind wir nicht besser als im Vorjahr, sondern eher darunter", so Aichinger im ORF-Morgenjournal. Er glaubt aber nicht, dass das Gesprächsklima durch den Krach bei den Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen beeinflusst werde. Auch diesmal werde es eine Einigung geben, mit der beide Seiten leben können.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner per 1. Jänner 2009 auf eine Erhöhung der Ist-Gehälter um 3,6 (ab 1.400 Euro netto) bzw. 3,7 Prozent bei einer Teuerung von damal 3,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind die Metaller-Löhne im Vorjahr um rund 3,9 Prozent gestiegen. Für die laufenden Verhandlungen wird im Handel eine Inflation von knapp 1 Prozent als Basis angenommen. (APA)