Wie stark prägt das Internet unser Denken?

25. Oktober 2009, 14:22
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Österreichisch-deutsches Forscherteam will Typologie von Selbst- und Weltbildern, die im virtuellen Raum entfaltet werden, erarbeiten

Wien/Klagenfurt - Im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung und vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten dreijährigen Projekts will ein deutsch-österreichisches Team rund um Medienexpertin und Psychologin Christina Schachtner von der Universität Klagenfurt untersuchen, wie sich mit dem Internet Selbst- und Weltbilder verändern. Konkret wollen die Wissenschafer der Universität Klagenfurt mit Kollegen der Technischen Universität Hamburg-Harburg sowie der Universität Bremen und Münster klären, ob und welche neuen Formen des Denkens und Arbeitens, der Kommunikation und des Lernens sich bei den Nutzern von digitalen Netzwerken zeigen. Für die kommenden drei Jahre stehen dafür rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Zum ersten Mal richte sich mit dem Projekt das Forschungsinteresse "auf alle wichtigen Netzaktivitäten, die einzeln und im Vergleich miteinander an verschiedenen Schauplätzen des Internets analysiert werden", hieß es. Ziel sei, eine Typologie von Selbst- und Weltbildern, die im virtuellen Raum entfaltet werden, zu entwickeln.

Die Kategorien einer solchen Typologie, in denen Veränderungen analysiert werden sollen, sind laut Schachtner unter anderem die Wahrnehmung, die kognitiven Fähigkeiten, aber auch der Körper und die sozialen Beziehungen der Netz-User im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Dabei steht jene Generation im Vordergrund, "die das Internet am intensivsten nutzt und die von klein auf davon geprägt ist", so Schachtner. Schon bald werde die "Generation Internet" die bestimmende Generation sein und alle Bereiche der Gesellschaft entscheidend prägen. Das gesellschaftliche Interesse sei groß, Genaueres über den Handlungs- und Erfahrungsraum Internet zu erfahren.

Die jungen Netz-User werden an verschiedenen digitalen Schauplätzen wie Diskussionsforen, digitalen Netzwerken und Weblogs und unter anderem mittels Interviews, Beobachtungen, Inhaltsanalysen und Internetsessions untersucht. Außerdem werden die unterschiedlichen Vorstellungen zum menschlichen Subjekt in der Ideengeschichte der Geisteswissenschaften aufgearbeitet. Auf dieser Basis könne festgestellt werden, ob und inwiefern sich im Kontext digitaler Medien neue Identitäten herausbilden. (APA/red)

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