Stahl ohne Pause

21. Oktober 2009, 18:00
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Eine innovative Anlage produziert ultradünne Stahlbänder im Endlos-Verfahren, benötigt 45 Prozent weniger Energie liefert bessere Qualität

Die Produktion von Stahlbändern ist energieintensiv und braucht viel Platz. Flüssiger Stahl wird in über zehn Meter lange Stahlplatten, die Brammen, gegossen, die im Walzwerk zu dünnen Stahlbändern verarbeitet werden. Dafür muss man die langen Platten neu einfädeln und aufheizen. Am Ende rollt man die Bänder zu großen Spulen, sogenannten Bunden, zusammen. Alles in allem ist eine solche Produktionsanlage mehrere hundert Meter lang. 

Das neue Endless-Strip-Verfahren (ESP) verbindet den Guss- mit dem Walzvorgang. Die noch heiße Bramme läuft direkt in die Walzanlage weiter. Das Material wird in einem Durchgang in ein Stahlband von bis zu 1,6 Metern Breite und 0,8 Millimetern Dicke verarbeitet und zu Bunden von bis zu 32 Tonnen Gewicht aufgerollt. Die gesamte Anlage ist nur 190 Meter lang. Mit sieben Minuten vom flüssigen Stahl bis zum fertigen Bund ist das Verfahren erheblich kürzer als bei herkömmlichen Prozessen, die mehrere Stunden dauern. Außerdem entfällt der Ausschuss, der beim Einfädeln entsteht. Mit ihrer extrem genauen Temperaturführung produziert die Anlage Stahl von hoher und homogener Qualität. 

Weniger CO2-Emissionen

Die Arvedi-ESP-Anlage von Siemens VAI ist die weltweit kompakteste für die Herstellung von Warmband. Durch ihre energieeffiziente Arbeitsweise spart sie Produktionskosten und reduziert die CO2-Emissionen. Zudem muss weniger investiert werden, weil keine Öfen für das Aufheizen der kalten Bramme nötig sind. Die produzierten Stahlbänder werden unter anderem in Autos, Haushaltsgeräten und in der Baubranche verarbeitet.

  • Beim neuen Endless-Strip-Verfahren läuft die noch heiße Bramme direkt in die Walzanlage weiter.
    foto: siemens

    Beim neuen Endless-Strip-Verfahren läuft die noch heiße Bramme direkt in die Walzanlage weiter.

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