Sun streicht 3.000 Jobs

21. Oktober 2009, 13:53
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Der vor der Übernahme durch Oracle stehende Softwareriese schrieb zuletzt tiefrote Zahlen, nun fällt jede zehnte Stelle weg

Santa Clara - Vor der Übernahme durch den US-Konzern Oracle streicht der Computerspezialist Sun Microsystems 3.000 Stellen. Damit fallen weltweit etwa neun Prozent der nach Sun-Angaben knapp 33.000 Arbeitsplätze weg. Die Kürzungen sollen im Laufe der kommenden zwölf Monate erfolgen, wie Sun Micro am Dienstag nach US-Börsenschluss bekanntgab. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen weltweit und in allen Niederlassungen Jobs wegfallen.

Der Software- und Server-Konzern schrieb zuletzt tiefrote Zahlen. Die hohen Verluste hatten Sun zur Suche nach einem Käufer bewogen. Im April schlug überraschend Oracle, größter Konkurrent des deutschen SAP-Konzerns, für 7,4 Mrd. Dollar (4,94 Mrd. Euro) samt Schulden zu. Zuvor war eine Übernahme durch den IT-Giganten IBM unter anderem am Streit um den Preis gescheitert.

Die Übernahme muss allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Zuletzt hatten die EU-Wettbewerbshüter Bedenken gegen den geplanten Deal angemeldet und intensivere Prüfungen angekündigt. Oracle-Chef Larry Ellison zeigte sich bereits im vergangenen Monat ungeduldig. Je mehr Zeit sich die Kommission lasse, umso mehr werde Sun verlieren, drohte Ellison.

Geschäfte immer schwächer

Suns Geschäft sei seit dem Oracle-Deal immer schwächer geworden, sagte Heather Bellini, Analystin von der Investment-Firma ISI Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch aus der Job-Perspektive werde es immer schwieriger, je länger die Prüfungen andauerten. Solange keine Entscheidung stehe, könne die Konkurrenz dem Unternehmen weiter problemlos Kunden abjagen.

Für den Jobabbau rechnet Sun über die nächsten Quartalen hinweg mit Einmalkosten zwischen 75 und 125 Mio. Dollar. Wie viele Stellen unter anderem in Europa wegfallen, gab der Konzern zunächst nicht bekannt. Beobachter schätzen, dass Oracle nach der Übernahme noch einmal mindestens genauso viele Sun-Mitarbeiter entlassen wird.

Sun ist auf Server-Rechner etwa für Firmennetze und den Internet-Datenverkehr sowie auf Software wie Java spezialisiert. Der Konzern bekam die Wirtschaftskrise stark zu spüren, auch weil viele seiner Kunden aus der Finanzbranche kommen.(APA)

 

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