Politiker und Promis halten wenig vom Impfen

21. Oktober 2009, 13:17
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Darabos schützt sich mit Obstessen

Wien - Die WHO registrierte bis Anfang Oktober weltweit mehr als 4.000 H1N1-Tote. Die Bundesregierung, die den millionenschweren Kauf des Serums gegen Schweinegrippe in Auftrag gegeben hat, hält selbst aber wenig davon, sich  impfen zu lassen. Die Politiker befinden sich damit in Gesellschaft heimischer Promis, die vom ORF und "Österreich" befragt wurden.

Kanzler Werner Faymann erklärte eine Immunisierung sei für ihn nicht notwendig, er sei gesund. Verteidigungs- und Sportminister Darabos schützt sich mit Vitaminen gegen die Grippe. "Ich esse genug Obst, ich brauche keine Impfung." Eva Glawischnig verzichtet auf den Schutz, da sie ihr Baby noch stillt.

Skifahrerin Marlies Schild erklärte in der Tageszeitung "Österreich": "Ich bin kein Impffreak. An Schweinegrippe stirbt man nicht." Auch für Skisprung-Chef Toni Innauer ist die Pandemie "keine lebensbedrohende Sache".

Selbst Gesundheitsminister Alois Stöger glaubt, zu keiner Risikogruppe zu gehören. Zudem will er niemandem den Impfstoff "wegnehmen", wie er das ORF-Radio Ö3 wissen ließ. "Absolut kein Thema" ist eine Injektion für FPÖ-Chef HC Strache, "Spritzen-Angst" hat gar BZÖ-Politiker Stefan Petzner und Peter Pilz "steht nicht auf der Spenderliste der Pharmaindustrie".

Einzige Ausreißer bei den Befragten: Vizekanzler Josef Pröll: Er will dem medizinischen Personal den Vortritt lassen "und zieht es dann in Erwägung". Noch nicht entschieden hat sich auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner .

Herr und Frau Österreicher scheinen ebenfalls nicht allzu impfbereit: In einer Umfrage (YouGovPsychonomics) haben Anfang September nur 18 Prozent entsprechende Ambitionen angegeben. Dies entspricht jenem Bild, das man hierzulande bereits von der Impfung gegen die normale saisonale Influenza kennt: Lediglich rund zwölf Prozent setzen auf eine Immunisierung. (APA)

 

 

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