Rebellenführer sucht Dialog

20. Oktober 2009, 16:37
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Zwei Wochen nach Ablauf von Amnestieangebot der Regierung

Nairobi/Abuja - Knapp zwei Wochen nach Ablauf eines Amnestieangebots der nigerianischen Regierung an Rebellen im Nigerdelta sucht der Führer einer noch immer kämpfenden Fraktion doch noch den Dialog mit der Regierung. Der britische Rundfunksender BBC berichtete am Dienstag, Henry Okah, Führer eines Teils der Befreiungsbewegung für das Nigerdelta (MEND), führe Amnestiegespräche. Ein Anwalt Okahs sagte, der Rebellenführer habe sich am Montag mit dem nigerianischen Präsidenten Umaru Yar'Adua getroffen.

Zuvor hatten bereits andere MEND-Führer das Amnestieangebot angenommen und die Waffen niedergelegt. Okah war erst im Juli aus dem Gefängnis entlassen worden. Seine Anhänger hatten in der vergangenen Woche den Waffenstillstand mit der Regierung für beendet erklärt, aber noch keine neuen Anschläge verübt.

Am Montag war bekannt geworden, dass die Regierung dem Nigerdelta mehr Geld aus den Einnahmen der Ölförderung zukommen lassen will. Damit wird eine der Kernforderungen der Rebellen erfüllt, die seit 2006 mit einer Serie von Anschlägen auf Pipelines und Ölfördereinrichtungen eine Drosselung der nigerianischen Ölförderung um 20 Prozent erreicht haben. Der wirtschaftliche Schaden für das westafrikanische Land war gewaltig. (APA)

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