Aus dem Vereinsalltag

29. August 2008, 16:50
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Dass die Arbeit unseres Vereins nicht von allen gut geheißen wird, ist ja nichts neues. Auch hier in meinem Blog wird vieles kritisiert, ich glaube, so einiges wird oft nicht richtig verstanden.

Aber es ist mir auch klar, dass Menschen sich eher hinsetzen, um ihre Kritik loszuwerden als Zustimmendes in einem Posting zu schreiben.

Es gibt in diesem Land aber auch ganz "normalen" Alltagsrassismus. Die Menschen, die wir betreuen, kriegen das allzu oft zu spüren. Neulich erreichte mich aber ein Mail eines Herrn Kurt144. Er schreibt:
"Ich hätte da noch sechs Nigger die bei uns im Viertel (Simmering) mit Rauschgift handeln,diese Leute würden in Ihren trauten Heim sicher noch einen Unterschlupf bekommen sodas sie die Polizei sie nicht findet, aber Vorsicht, das sind arme Asylanten denn die können wir nicht abschieben weil sie alle traumatisiert sind. Viele Grüße und werden Sie glücklich mit diesem Verbrechergesindel !!!"

Da erübrigt sich wohl jeder Kommentar, wir haben ja auch genug andere Sorgen: Fast jeden Tag kommt eine Familie zu uns, die davongerannt ist: Meist sind es Ehepaare mit mehreren Kindern, die nirgends Platz bekommen, alle möglichen Institutionen rufe ich dann an, immer häufiger umsonst.

Sobald die Familien einen negativen Bescheid bekommen, laufen sie natürlich davon, denn es droht ihnen ja die Schubhaft, und nach allem, was die oft erlebt haben, haben die dann eine enorme Angst vor dem Eingesperrt werden.

Da wäre es halt wichtig, wenn es da eine Anlaufstelle gibt, die den Leuten sagt, wo sie wohnen werden, wo sie vielleicht arbeiten können, das würde vieles für alle Beteiligten erleichtern und vor allem viele Ängste abbauen.

Aber momentan schaut es so aus, dass überall im reichen Europa Menschen, die sich aus weniger von Glück gesegneten Gebieten zu uns flüchten, mit völliger Lieblosigkeit behandelt werden.

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