Hintergrund: Sexuelle Ausbeutung macht größten Anteil aus

16. Oktober 2009, 12:05
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In den Jahren 2007 und 2008 sind allein in Österreich 2.800 illegale Bordelle aufgedeckt worden

2,4 Millionen Personen werden weltweit pro Jahr laut Schätzungen Opfer von Menschenhändlern, bei rund 1,2 Millionen davon handelt es sich um Kinder und Jugendliche. In Österreich geht die heimische "Task Force Menschenhandel" von 700 ausländischen betroffenen Minderjährigen und Erwachsenen aus. Die Ausbeutung und der Zwang zu Prostitution, Straftaten, Bettelei oder Arbeit soll den Banden quer über den Globus einen jährlichen Gewinn von rund 32 Millionen Dollar (21,5 Mio. Euro) bringen. Mehr Geld lukrieren nur Drogen- und Waffenhandel. In einem Industrieland kann ein einzelnes Opfer den Tätern pro Jahr 67.200 Dollar (45.158 Euro) bringen, in ärmeren Regionen sind es 10.000 US-Dollar (6.720 Euro), so die Kinderrechtsorganisation Ecpat. Laut dem NGO-Verband macht bei Menschenhandel sexuelle Ausbeutung den größten Anteil (79 Prozent) aus. In den Jahren 2007 und 2008 seien allein in Österreich 2.800 illegale Bordelle aufgedeckt worden. Die Dunkelziffern sind dennoch hoch: Der heimische Migrantinnen-Hilfsverein Lefö betreute im vergangenen Jahr 203 Opfer von Frauenhandel. Bezüglich minderjähriger Prostituierter in Österreich existieren lediglich Schätzungen: Es sollen etwa 200 Mädchen und Burschen großteils in versteckten Bordellen in Wien ausgebeutet werden, so Ecpat-Schätzungen aus dem Jahr 2006. Die Organisation Drehscheibe, die sich um unbegleitete Minderjährige kümmert, betreute im ersten Halbjahr 2009 etwa 30 Menschenhandels-Opfer. 2008 waren es rund 90 Mädchen und Burschen. Im vergangenen Jahr gab es sechs Verurteilungen wegen Menschenhandels, ein Jahr zuvor waren es lediglich zwei. Neun von 18 Verfahren wurden 2007 eingestellt, ein Verdächtiger wurde freigesprochen. 85 Verurteilungen (2007) wegen grenzüberschreitender Prostitution stehen 232 eingestellte Verfahren und 30 Freisprüche gegenüber, so die "Task Force Menschenhandel". Der Großteil der gefassten Menschenhändler stammt laut Ecpat aus Österreich (15 Prozent). (APA)

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