ECO Business spürt Krise bei Gewerbeimmobilien

16. Oktober 2009, 12:22
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ECO Business-Chef Friedrich Scheck verlässt Immobilien-Gruppe

Wien - Die auf Gewerbeimmobilien börsenotierte ECO-Business-Gruppe spürt die Krise: Der Bürobau in der Ukraine verzögert sich um neun Monate, das Grazer Euroshopping Center Graz steht nach dem Auszug zweier Hauptmieter halb leer, und in Brunn am Gebirge in Niederösterreich zieht sich Hauptmieter Cosmos vom Großteil seiner Flächen zurück, weiters wurde die Expansion in Ungarn gestoppt, wie das "WirtschaftsBlatt" (Freitag-Ausgabe) berichtet.

Der Ende 2009 aus dem Unternehmen scheidende Eco-Business-Chef Friedrich Scheck zeigt sich der Zeitung gegenüber trotzdem zuversichtlich: "Das ist eine generelle Marktentwicklung, Einzelhandelsmieter sparen und verkleinern Flächen. Dem können auch wir uns nicht entziehen, aber Finanzierungen und Liquidität sind in ausreichendem Umfang gesichert", wird Scheck zitiert.

Im ukrainischen Saporoschje wird dem Bericht zufolge das 20 Mio. Euro Büroprojekt statt Ende 2009 erst Mitte 2010 fertig. Grund sei, dass lokale Vertragspartner ausgefallen sind. Das noch vor der Krise gestartete Ukraine-Engagement sei "rechtzeitig bis aufs Minimum" reduziert worden.

Leerstand nutzen

Beim Euroshopping Center Graz ist einer der größten Mieter, die Baumarktkette Praktiker, ausgezogen. Die Gruppe zieht sich ganz aus Österreich zurück. Weiters ist Mieter Adlermarkt ausgezogen. Laut Scheck wird der Leerstand genutzt, um das Center zu modernisieren: "Der Standort selbst ist gut, wir wollen vor dem Weihnachtsgeschäft 2010 mit dem Umbau fertig sein."

In Brunn am Gebirge (NÖ) soll das fast völlig leerstehende 11.000 m2 große Objekt Wienerstraße optimiert werden: "Wir wollen kleinteiliger vermieten und führen schon Gespräche dazu. Das Mietinteresse ist gut."

Laut Scheck werden die Entwicklungen zu keinen massiven Abwertungen des 800-Mio.-Euro-Portfolios führen, da die Objekte alle nach starken Abwertungen im im ersten Halbjahr bereits "sehr konservativ" bewertet seien. Im 1. Halbjahr 2009 wurden 25 Mio. Euro wertberichtigt und 350 Mio. Euro Eigenkapital ausgewiesen.

Erste-Bank-Analyst Gernot Jany zeigt sich in dem Zeitungsbericht zuversichtlich: "Ich rechne mit keinen größeren Abwertungen." Seine Prognose für das Gesamtjahr liegt bei Abwertungen in Höhe von 34 Millionen Euro.

Scheck geht

Scheck zieht sich per Ende des Jahres zurück. Für ihn sei es nun Zeit, "neue Herausforderungen anzunehmen, denen ich mich als selbstständiger Wirtschaftsprüfer und Immobilienunternehmer stellen werde", so Scheck laut Aussendung.

Unter der Federführung von Scheck habe sich ECO zu einem renommierten, im Prime Markt der Wiener Börse notierten Business-Immobilien-Unternehmen in Österreich etablieren können, so Alexander Schoeller, AR-Chef der ECO. Zeitnah solle nun eine adäquate Nachfolgelösung herbeigeführt werden.

"Wir bedauern die persönliche Entscheidung von Herrn Scheck, respektieren aber, dass er sich nun neuen beruflichen Herausforderungen stellen möchte. Der Vorstandsvorsitzende hinterlässt stabile und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse", so Schoeller. Einer weiterhin soliden Unternehmensentwicklung steht laut Scheck nichts mehr im Wege. (APA)

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