Anti-Rassismus-Initiative ZARA fordert Nationalen Aktionsplan

16. Oktober 2009, 08:24
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Warten auf "klares Bekenntnis" der Politik - Feier in Wien zum zehnjährigen Bestehen

Wien - Die Anti-Rassismus-Initiative ZARA feiert dieser Tage ihr zehnjähriges Bestehen. Zum Jubiläum mahnt Geschäftsführerin Barbara Liegl ein klares Bekenntnis der Parteien zu einer "wirksamen Anti-Rassismus-Politik" ein und fordert entsprechende Maßnahmen: Einen Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus sowie eine grundlegende Wende in der Integrationspolitik.

"Die bitterste Erkenntnis für ZARA zehn Jahre nach seiner Gründung ist, dass es nach wie vor kein klares Bekenntnis der Politik gibt", bilanzierte Liegl. Gerade die Integrationspolitik sei ein eindrückliches Beispiel dafür, dass es in Österreich weitgehend an Verständnis dafür fehlt, welche Bedeutung die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung hat. Rassismus sei ein gesellschaftliches Problem und nicht nur eine Einstellung von Rechtsextremen. Diskriminierungen würden sich durch alle Lebenslagen ziehen.

Zehn-Jahres-Fest im WUK

"Auch im Laufe der zehn Jahre hat sich leider nichts daran verändert, dass rassistische Übergriffe in Österreich keine Einzelfälle sind, sondern dass Rassismus auch hier Tradition und Struktur hat", betonte Wolfgang Zimmer, Leiter der ZARA-Beratungsstelle. Wahre "Dauerbrenner" in dieser Einrichtung sind etwa Beschimpfungen und Übergriffe im öffentlichen Raum, der nicht gewährte Zutritt zu Lokalen oder - in letzter Zeit häufiger - Konflikte in der Nachbarschaft. Beim Umgang der Polizei mit dem Thema habe sich "leider" nur wenig verändert, kritisierte Zimmer.

Als wichtigen Erfolg hingegen wertet ZARA, dass es mit der Organisation eine Lobby gibt, die sich gegen Rassismus einsetzt und wiederholt auf die notwendigen Maßnahmen aufmerksam macht. Opfer von Diskriminierungen würden nicht alleingelassen, sondern können mit Hilfe der ZARA-Juristen zu ihrem Recht kommen.

Was sich ZARA nun auch wünscht wäre eine ausreichende finanzielle Absicherung der Beratungsstelle. Derzeit würde nur die Stadt Wien die Initiative fördern und dies reiche nur, um den Betrieb für jeweils ein halbes Jahr sicher zu stellen. Die restlichen Mittel müssen über Spenden aufgebracht werden.

ZARA lädt am Freitagabend zu einem Zehn-Jahres-Fest ins WUK in Wien. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt der ZARA-Beratungsstelle für Opfer und Zeugen von Rassismus zu Gute. (APA)

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