Osteuropa schrumpft 2009 um 6,3 Prozent

15. Oktober 2009, 16:14
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Die Entwicklungsbank sieht die Wirtschaftsentwicklung im CEE-Raum nun düsterer als im Früh­ling, optimistischer ist sie für 2010

Gegenüber den Erwartungen von Mai senkt die EBRD ihre Prognosen um im Schnitt einen Prozentpunkt und erwartet nun eine Schrumpfung des Wirtschaftsraums um 6,3 Prozent. Besonders hart von der Rezession getroffen werden die baltischen Länder, für Litauen wird die Prognose um 6,6 Prozentpunkte auf -18,4 Prozent herabgestuft. Die ukrainische Wirtschaft werde heuer um 14 Prozent schrumpfen, eine Korrektur um minus 4 Prozentpunkte.

Aber auch etwa Slowenien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien werden heuer noch schlechter abschneiden als von der EBRD noch im Mai erwartet. Kroatiens Wirtschaftsleistung sinkt demnach heuer um 5,4 Prozent, im Mai war die EBRD noch von -3,0 Prozent ausgegangen. Die slowakische Wirtschaft werde heuer um 6,0 Prozent schrumpfen, im Mai war noch ein Minus von "nur" 3,5 Prozent erwartet worden. Die Prognose für Russland wurde um einen Prozentpunkt auf Minus 8,5 Prozent abgesenkt, jene für die Türkei um einen halben Prozentpunkt auf Minus 6,0 Prozent.

Nur wenige Länderprognosen für 2009 wurden von der EBRD angehoben, darunter findet sich Polen: Im Mai hatte die Bank noch eine Stagnation erwartet, nun rechnet sie mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent.

2010 wächst CEE-Wirtschaft um 2,5 Prozent

Die Prognose der Osteuropabank für 2010 fällt nun besser aus als noch im Mai. Der Aufschwung im Jahr 2010 werde aber "unbeständig und zerbrechlich" sein, erwartet die EBRD. Dass die Prognose für das kommende Jahr nun von 1,5 Prozent auf 2,5 Prozent angehoben werde, zeige weniger eine starke Erholung, sondern den Zuwachs gegenüber einer 2009 noch stärker als erwartet geschrumpften Wirtschaft, heißt es in einer Aussendung der Bank heute, Donnerstag.

Die meisten Länder sollen demnach 2010 wieder Wirtschaftswachstums aufweisen. Weiterhin im Abwärtstrend sieht die EBRD nächstes Jahr noch Ungarn (-0,9 Prozent), Lettland (-1,2 Prozent) und Litauen (-3,0 Prozent) sowie Bulgarien (-1,5 Prozent). Starkes Wachstum wird in Turkmenistan (13,0 Prozent) und Aserbaidschan (7,1 Prozent) erwartet. Die Slowakei werde mit 3,5 Prozent überdurchschnittlich wachsen, ebenso Russland (+3,1 Prozent) und die Türkei (+3,0 Prozent), erwartet die in London ansässige Bank.

"Die sozialen Kosten der globalen Wirtschaftskrise werden im nächsten Jahr ernsthaft spürbar werden, wenn Insolvenzen und Arbeitslosigkeit weiter steigen", kommentiert EBRD-Chefökonom Erik Berglof. Die schwache Erholung der Exportmärkte und die anhaltend schwierige Lage auf den Kreditmärkten würden das Wachstum 2010 hemmen. (APA)

 

 

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    Der Aufschwung: Noch kann man ihn nicht haschen.

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