Österreichs Milchbauern müssen Strafe zahlen

15. Oktober 2009, 16:03
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Die EU-Kommission strafte auch Italien, Luxemburg, die Niederlande und Zypern

Brüssel - Österreichs Milchbauern müssen schon wieder wegen Überschreitung ihrer Quoten Strafe zahlen. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde auch 2008/09 (April bis März) die erlaubte Liefermenge nicht eingehalten. Die Überziehung machte diesmal aber lediglich 1,2 Prozent aus, nach 3,2 Prozent ein Jahr davor. Die EU-Kommission teilte am Donnerstag mit, dass es auch Strafzahlungen für Italien, Luxemburg, die Niederlande und Zypern gebe. Die Abgaben für diese fünf EU-Länder machen 97 Mio. Euro aus.

Die Überschreitung war diesmal in Italien mit plus 1,5 Prozent am höchsten. Dann folgen die Niederlande (1,4), Österreich (1,2), Zypern (1,0) und Luxemburg (0,6). In absoluten Zahlen hat Österreich die Liefermenge um 32.937 Tonnen auf 2.788.033 Tonnen Milch überschritten. Die Niederländer lieferten 11.550.566 Tonnen (um 157.213 Tonnen zu viel), die Italiener brachten es auf ein Plus von 155.034 Tonnen (Gesamtliefermenge 10.567.566 Tonnen). Bei den Zyprioten waren es nur 1.529 Tonnen mehr (Gesamt 148.500), und bei den Luxemburgern um 1.701 Tonnen zu viel (Gesamt 279.771 Tonnen).

Die Strafen für Österreich wurden mit 9,17 Mio. Euro angegeben, Italien kommt auf 43,15 Mio. Euro, die Niederlande müssen 43,75 Mio. Euro berappen, die Luxemburger 473.000 Euro und die Zyprioten 426.000 Euro.

Manche unter der Quote

Insgesamt wurde in allen 27 EU-Staaten im Vorjahr 137.605.411 Tonnen Milch geliefert. In 13 EU-Ländern lagen die Lieferungen sogar um mehr als 5,0 Prozent unter der Quote.

Anders sieht es bei den Direktverkäufen aus. Hier gibt es nur bei Italien (plus 7.134 Tonnen Überschreitung auf 335.263) und den Niederlanden (plus 399 Tonnen auf 72.677 Tonnen) Ausreißer nach oben. In Österreich gingen beispielsweise die Direktverkäufe um 24.864 Tonnen auf 67.519 Tonnen zurück.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel erklärte, trotz der Anhebung der Quoten 2008/09 habe sich die Erzeugung gegenüber dem Jahr davor kaum verändert. Die Preise hingegen seien viel niedriger gewesen. Jedenfalls sei deutlich, dass die niedrigen Ab-Hof-Preise der vergangenen Monate nichts mit dem allmählichen Auslaufen des Quotensystems zu tun hätten. (APA)

 

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