"Glorreiche Zukunft" für die Zeitung

12. Oktober 2009, 18:19
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Styria-Chef Horst Pirker spricht Mut zu - Medienstaatssekretär Ostermayer fühlt sich als "Feuerwehr" von der VP gebremst

Wien - "Die Zukunft der Zeitung": Selbst für die Eröffnungsrede der größten Zeitungstechnikmesse der Welt sagt Horst Pirker diese Wortkombination auffällig häufig in wenigen Minuten.

Für eine Branche "in der Doppelkrise" nicht überraschend: einerseits jene der Wirtschaft und der Werbung, die Zeitungen finanziert; andererseits die Konkurrenz des Metamediums Internet.

Von Print alleine auch zu digital

Der Vizepräsident des vereinigten Zeitungsweltverbands Wan-Ifra sagt Montagfrüh bei der Eröffnung der Ifra Expo in Wien: "Ich glaube nicht an die Migration von Print zu Digital." Das Internet ersetze die gedruckte Zeitung, das Magazin, also nicht. Aber Pirker glaubt an die Migration der Verlage von Print allein zu auch digital. Mit "neuen Zugängen, neuen Haltungen, neuen Technologien, neuen Geschäftsmodellen hat die Zeitung Zukunft". "Eine glorreiche Zukunft, wie es sie in der Vergangenheit gab", eben "auch auf Papier", gedruckt.

Das sagt Styria-Chef Pirker, zugleich Präsident des österreichischen Zeitungsverbands, bevor er mit Medienstaatssekretär Josef Ostermayer die Druckmaschinenhersteller KBA und Manroland besucht. Manroland bläst gerade die Fusion mit Heidelberger Druck ab, weil deren Verluste schlimmer als erwartet ausfallen.

Pröll, der Schwarze Peter

"Feuerwehr am Beginn eines großen Brandes": So beschreibt Ostermayer die Rolle der Regierung in der Krise. "Wir kämpfen für die Aufrechterhaltung der Vielfalt", sagt er, für "Stabilisierung von Medienunternehmen": Die Presseförderung sei "trotz schwierigster Budgetlage" ungekürzt, eine Senderförderung beschlossen.

Geplante fünf Millionen für Regierungswerbekampagne habe die ÖVP "einem bedauerlichen, kurzfristigen Gag mit falscher Begründung geopfert". Finanzminister Josef Pröll wollte das Geld lieber der Hochwasserhilfe widmen, was wiederum die SPÖ nicht absegnete. Das Geld müsste also noch da sein. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 13.10.2009)

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    Horst Pirker blickt optimistisch in die Zukunft.

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