Chronischer Schmerz: Selbstmedikation statt Arztbesuch

12. Oktober 2009, 13:47
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Ein Drittel der Betroffenen greift zu rezeptfreien Medikamenten - Mediziner werden durchschnittlich erst nach 3,4 Wochen konsultiert

Wien  - Rund 1,5 Millionen Österreicher, also 21 Prozent der Bevölkerung, leiden an chronischen Schmerzen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitut IMAS im Auftrag der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG). Zwar gehen früher oder später fast alle Schmerzpatienten zum Arzt - im Durchschnitt aber erst nach 3,4 Wochen, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Österreichischen Schmerzwochen von 12. bis 25. Oktober. Problematisch: 32 Prozent der Betroffenen greifen zur Selbstmedikation.

Später Arztbesuch

Knapp zwei von fünf Österreichern ab dem 50. Lebensjahr leben mit chronischen Schmerzen, von den 30- bis 49-Jährigen ist es jeder Achte. Von den 21 Prozent der Betroffenen sind 16 Prozent Männer und 26 Prozent Frauen, sagte ÖSG-Präsident Wilfried Ilias. 95 Prozent der Schmerzpatienten gehen zwar zum Arzt, allerdings durchschnittlich erst nach 3,4 Wochen. Immerhin 28 Prozent der Befragten gehen nach einer Woche zum Arzt, bei 14 Prozent steht erst nach einem Monat ein Arztbesuch am Programm.

Häufige Selbstmedikation

Problematisch ist, dass statt der Arztkonsultation oder zusätzlich zur Therapie viele Betroffene zur Selbstmedikation greifen: 32 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, frei verkäufliche Schmerzmittel einzunehmen. Ein Grund sei wohl, dass rezeptfreie Medikamente oft billiger seien, meinte der ÖSG-Präsident. 20 Prozent nahmen die rezeptfreien Arzneien ein bis drei Wochen lang ein, vier Prozent ein Monat, drei Prozent zwei Monate und immerhin fünf Prozent fünf Monate oder länger.

Medikamente mit Nebenwirkungen

Dabei klagen aber 16 Prozent der Betroffenen über Nebenwirkungen der frei erhältlichen Medikamente: Drei Prozent hatten "ziemlich starke" Nebenwirkungen, 13 Prozent "mäßige". Zu den unangenehmen Folgen der Schmerzmitteleinnahme gehören u. a. Magen-, Leber- oder Nierenschäden sowie Dauerkopfschmerzen. Auch Wechselwirkungen müssen beachtet werden. (APA)

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    Rund jeder fünfte Österreicher leidet an chronischen Schmerzen

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