Innsbrucker Rektor für Wiedereinführung der Studiengebühren

9. Oktober 2009, 14:07
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Rektor will zehn Millionen mehr vom Bund in den kommenden drei Jahren

Innsbruck -  Keinen Hehl aus seiner Präferenz für eine Wiedereinführung der Studiengebühren hat der Rektor der Innsbrucker Universität, Karlheinz Töchterle, am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz gemacht. Mit einem "klaren Ja", antwortete auf eine entsprechende Nachfrage. Dies müsste allerdings von einem ausbalancierten Stipendiensystem flankiert werden, meinte er.

Es sei zwar in den vergangenen zwei Jahren seiner Amtszeit gelungen ausgeglichen zu bilanzieren, das werde aber in den kommenden höchstwahrscheinlich nicht mehr der Fall sein. Der Wegfall der Studiengebühren habe die Finanzierung nicht unbedingt leichter gemacht, zumal der Ausfall dieser Mittel nicht in der gleichen Höhe vom Bund abgegolten werde. "Es wird eng", sagte Töchterle.

Konjunkturpaket für Unis?

Die Studiengebühren werden die Finanzierung der Universitäten nicht sichern, meinte dagegen Wolfgang Meixner, Vizerektor für Personal. Er ortete eine Scheindebatte, die seiner Meinung nach nur von der eigentlichen Diskussion ablenken soll. Die Innsbrucker Universität zähle mit 4.000 Beschäftigten zu einem der größten Arbeitgeber in Tirol. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen muss die Uni keine Stellen abbauen, sondern es bräuchte eigentlich noch mehr Personal. "Allein es fehlen die Mittel", erklärte Meixner. Er frage sich, ob es nicht auch ein Konjunkturpaket für die Universitäten bräuchte. Deutschland sei in dieser Hinsicht ganz anders unterwegs als Österreich.

Es brauche in den kommenden drei Jahren mindestens zehn Mio. Euro mehr vom Bund, erklärte der Rektor anlässlich der Präsentation seiner "Halbzeitbilanz", für die er als Ort mit Symbolcharakter das Archäologischen Museum der Uni wählte. Es gebe eine Fülle von Angriffen auf die Volluniversität, die es abzuwehren gelte. Er wolle auch weiterhin die Fülle des Lehr- und Forschungsangebotes ausbauen.

Drittelmittelfinanzierung forcieren

Eine Steigerung gelang der Innsbrucker Uni beim Lukrieren von Drittmitteln. Diese hätten von 23 Mio. Euro im Jahr 2006 auf 30 Mio. Euro im Jahr 2008 ausgedehnt werden können. Davon stammen rund zehn Prozent von Firmen. Die Drittmittelfinanzierung soll weiter forciert werden, gab Vizerektor Tilmann Märk an. Die Innsbrucker Universität verzeichnete rund 23.000 Studierende und mehr als 100 verschiedene Studienmöglichkeiten. (APA)

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