Fahrgäste betäubt - Neun Jahre Haft für Taxler

7. Oktober 2009, 15:54
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Spielsüchtiger Taxifahrer bot Gästen präparierte Getränke an und raubte sie dann aus - 88-Jähriger ist durch Schlafmittel fast gestorben

Wien -  Ein 52-jähriger Taxilenker in Wien musste sich vor Gericht verantworten weil er mehr als ein Dutzend seiner Fahrgäste mit Schlaftabletten versetzten Getränke betäubte. Danach raubte er ihre Brieftaschen. Der Mann finanzierte sich mit der Geldbeute seine Spielsucht. Das nicht rechtskräftige Urteil: Neun Jahre Haft.

Besonders erschwerend wertete das Gericht die acht Vorstrafen des 52-Jährigen sowie den Missbrauch eines Vertrauensverhältnisses. "Wenn ich mir am Bahnhof ein Taxi nehm', will ich gesund heimkommen. Sonst kann ich gleich autostoppen", meinte Richter Wolfgang Fahrner in der Urteilsbegründung.

Meist betagte Kundinnen

Der Taxifahrer gab zu, meist betagte Kundinnen betäubt bzw. handlungsunfähig gemacht zu haben. Er sei seit 30 Jahren dem Glücksspiel verfallen, fast jeden Tag habe ihn der Weg in den Prater zu den "einarmigen Banditen" geführt, so der Angeklagte.

88-Jähriger ist durch Schlafmittel fast gestorben

Das Älteste seiner Opfer war zum Tatzeitpunkt 88 Jahre alt. Einer seiner Kunden wäre um ein Haar ums Leben gekommen: Der Taxler hatte den Mann nach Schwechat chauffiert und ihn dort in einer kalten Winternacht vor seinem Einfamilienhaus abgesetzt. Im Freien entfaltete das Schlafmittel seine Wirkung. Der Mann schaffte es nicht mehr ins Haus, fiel in den Schnee und schlief ein. Als ihn sein Sohn entdeckte, war die Körpertemperatur des Mannes bereits auf 34 Grad gesunken.

Kekse und Getränke

Der Taxler hatte regelmäßig am Westbahnhof auf Kundschaft gewartet. Seine Vorgangsweise war besonders heimtückisch: Zuerst bot er den Fahrgästen salzhaltige Kekse an und drehte die Heizung auf. Nach einer Weile offerierte er Mineralwasser oder Eistee, die er zu Hause mit einem Schlafmittel präpariert hatte.

Einige seiner Opfer, die dankbar den vermeintlichen Durstlöscher annahmen, verloren umgehend das Bewusstsein. "Mir ist der Film gerissen", erzählte etwa eine 78 Jahre alte Deutsche als Zeugin dem Gericht. Der Taxler habe sie zu ihrer Schwester chauffiert, deren Adresse er offenbar aus ihrer Brieftasche gefischt hatte. Dieser erklärte er, die 78-Jährige wäre im Zug ausgeraubt worden. Danach kassierte er von der Schwester noch einen weit überhöhten Fuhrlohn von 150 Euro, während sein Opfer im Spital behandelt werden musste. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass der auf den ersten Blick so hilfsbereite Taxler der 78-Jährigen 350 Euro gestohlen hatte. (APA)

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