Vettel siegt und erinnert an Hamiltons Malheur

4. Oktober 2009, 19:25
67 Postings

Deutscher feiert seinen dritten Saisonsieg und wahrt seine Titelchance - WM-Führender Jenson Button wird unmittelbar hinter Rubens Barrichello Achter

Suzuka - "Das war unser Tag. Das Auto war fantastisch. Ich hatte eine Menge Spaß. Alles ist noch möglich. Es sieht wieder besser aus für uns. Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Rennen mehr hätten." Für Sebastian Vettel freilich zu schön, um wahr zu sein. Am 18. Oktober wird in São Paulo der Grand Prix von Brasilien gegeben und am 1. November das Finale unter Flutlicht in Abu Dhabi.

Der 22-jährige Deutsche im Red Bull verkürzte jedenfalls durch seinen souveränen Start-Ziel-Sieg in Suzuka den Rückstand auf den Briten Jenson Button auf 16 Punkte. Dessen Teamkollege bei Brawn, der Brasilianer Rubens Barrichello, liegt nach dem Grand Prix von Japan 14 Punkte zurück. Fix ist nur, dass einer dieser drei zum ersten Mal Weltmeister werden wird.

Vettel helfen nur noch Siege. Und Button darf maximal drei Punkte in den beiden verbleibenden Rennen machen, denn was die Saisonsiege betrifft (sechs Stück), ist er nicht mehr einzuholen. "Ich werde bis zum letzten Atemzug kämpfen. Es kann noch viel passieren. Fragen Sie mal den Mann hier neben mir" , sagte Vettel und deutete auf den noch amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton. Der Brite im McLaren-Mercedes, der in Suzuka Dritter wurde, hatte vor zwei Jahren in den letzten beiden Rennen sogar einen Vorsprung von 17 Punkten verspielt, und Ferrari-Mann Kimi Räikkönen wurde noch Weltmeister. "Bei ihm hatten damals auch alle gedacht, es sollte kein Problem sein, den Titel zu holen" , erinnerte Vettel.

Verlorene Dominanz

"Heute ging es nur darum, Punkte zu holen, und das habe ich gemacht" , betonte Button, der seine anfängliche Dominanz längst eingebüßt hat. Der Vorsprung, den Brawn zu Beginn dank des berühmten Doppeldiffusors hatte, ist weg, der bisher letzte Sieg gelang dem 29-Jährigen vor fast vier Monaten in Istanbul. Die Konstrukteurs-WM ist dem Team von Ross Brawn aber kaum noch zu nehmen, nur noch ein Punkt fehlt.

"In Brasilien und in Abu Dhabi wird unser Auto wieder besser sein" , behauptet Button. "Das Wichtigste war, dass ich einen Punkt auf Jenson wettgemacht habe" , sagt der elffache GP-Sieger Barrichello, der sich auf das Heimrennen freut, welches er allerdings noch nie gewonnen hat. "Wir konzentrieren uns darauf, weiter zu gewinnen. Was auch immer Rubens und Jenson tun, liegt in deren Händen" , so Vettel

Ein turbulentes Wochenende gab es für Toyota beim Heim-GP. Am Samstag hatte Timo Glock, in Singapur Zweiter, bei einem schweren Unfall im Qualifying eine Schnittwunde in der linken Wade erlitten und musste fürs Rennen absagen. Der Antrag für einen Einsatz von Ersatzfahrer Kamui Kobayashi wurde von den Rennkommissaren abgewiesen. Und dann brauste der Italiener Jarno Trulli vor den Augen von Toyota-Chef Akio Toyoda auf den zweiten Platz. "Das ist fantastisch für die Ingenieure, die Mechaniker, das gesamte Team" , sagte Trulli. Ob Toyota auch im nächsten Jahr an der WM teilnehmen wird, ist noch nicht sicher. (bez, sid, APA, DER STANDARD Printausgabe 5.10.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Luftsprung des Sebastian Vettel bei der Siegerehrung in Suzuka. Der souveräne Start-Ziel-Sieg des Deutschen im Red Bull prolongiert das Titelrennen.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein heißgeliebt Trophäe: Sebastian Vettel hat den Siegerpokal von Suzuka gern.

Share if you care.