Angehörige besuchen Soldatengräber auf den Malvinas

3. Oktober 2009, 23:13
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Erster Besuch mehr als 27 Jahre nach Kriegsende

Buenos Aires - Mehr als 27 Jahre nach dem Ende des Falkland-Krieges sind erstmals auch Angehörige auf See vermisster argentinischer Soldaten auf die zu Großbritannien gehörenden Inseln im Südatlantik gereist. Insgesamt 170 Argentinier landeten am Samstag an Bord einer chilenischen Passagiermaschine auf dem britischen Militärstützpunkt Mount Pleasant auf Ost-Falkland. Von dort wurden sie in Bussen zu dem nahe gelegenen argentinischen Soldatenfriedhof gebracht, wo sie ein Denkmal für die 695 argentinischen Soldaten enthüllten, die in dem 1982 geführten Krieg um die Inseln getötet wurden. Unmittelbar anschließend stand der Rückflug zum südamerikanischen Kontinent bevor.

Den größten Ort der Falklands etwa eineinhalb Autostunden weiter nördlich, Port Stanley, besuchten sie aus Sicherheitsgründen nicht. Die Erinnerungen an den von der damaligen argentinischen Militärdiktatur angeordneten Überfall auf die Inseln am 2. April 1982 und das Leiden unter der Besatzung und den Kriegsfolgen bis zur argentinischen Kapitulation am 20. Juni desselben Jahres sind bei vielen Kelpern noch immer sehr lebendig. Vor allem erbost die britischstämmigen Inselbewohner der unveränderte argentinische Anspruch auf die Inseln.

Auch Präsidentin Christina Kirchner bekräftigte diese Forderung bei der Verabschiedung der Angehörigen erneut, obwohl die Inseln seit dem 19. Jahrhundert zu Großbritannien gehören und die alteingesessene Bevölkerung nicht argentinisch werden will. Auch für die meisten Argentinier, die schon ihr eigenes riesiges Land kaum besiedeln, ist der Anspruch auf die unwirtlichen Malvinen (Malvinas), wie sie in Argentinien genannt werden, eine eher theoretische Angelegenheit. (APA)

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