Tierliebe und Ungehorsam

2. Oktober 2009, 18:41
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Katholische Kirche erfreut und erzürnt die Menschen

Wien - Die katholische Kirche ist beliebt - bei Tierfreunden, weniger bei einer heimischen Laieninitiative, die zu "loyalem Ungehorsam" gegenüber der Amtskirche aufruft.

Für viele Menschen hat die katholische Kirche durchaus Sinn. Da sie Dinge und Lebewesen segnet. Tierbesitzer rund um den Globus lassen daher ihre Lieblinge am Welttierschutztag am 4. Oktober von einem Linzer Pfarrer segnen. Per E-Mail und SMS bekommt Franz Zeiger seit Jahren Fotos von Tieren aus aller Welt, die dann auf einer Pinnwand an der traditionellen Tiersegnung in der Pfarre St. Peter teilnehmen, wie die Kirchenzeitung der Diözese Linz berichtet.

Dieses Service dürfte sich rasch herumgesprochen haben, denn im Vorjahr erhielt der Geistliche 550 E-Mails mit mehr als 900 Tierbildern unter anderem aus afrikanischen Staaten, Australien und Kanada. Für Pfarrer Zeiger ist es kein Problem, dass Teile seiner Herde nur auf Bildern anwesend sind: "Gebet und Segen kennen keine Grenzen und umspannen die ganze Welt."

Für eine von Alt-Politikern der ÖVP mitbegründeten Laieninitiative ist Tierliebe jedoch nicht das probate Mittel, um die Kirche in die Zukunft zu bringen. Ihre von 11.000 Menschen unterstützten Forderungen, unter anderem nach Abschaffung des Zölibats und der Weihe von Frauen zu Diakoninnen, wurde bisher von höherer Kirchenstelle ignoriert. Vertreter der Initiative drohten daher am Freitag mit "breit organisiertem loyalen Ungehorsam", ohne diesen zu spezifizieren. (red, DER STANDARD Printausgabe, 3./4.10.2009)

 

der Standard Webtipp:

www.laieninitative.at

 

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