Internationale Haftbefehle 44 Jahre nach Verschwinden eines Oppositonellen

2. Oktober 2009, 17:06
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Ben Barka verschwand 1965 in Paris - Marokkanische Polizisten und Geheimdienstler im Visier französischer Behörden

Paris - Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Verschwinden des marokkanischen Oppositionellen Mehdi Ben Barka in Paris geht die französische Justiz gegen Geheimdienst- und Polizeivertreter aus Marokko vor. Frankreich ließ über Interpol vier internationale Haftbefehle ausschreiben, wie Justizvertreter am Donnerstagabend in Paris mitteilten.

Sie richten sich gegen den Kommandanten der königlich-marokkanischen Gendarmerie, Hosni Benslimane, den ehemaligen Chef des Militärgeheimdienstes sowie zwei Agenten. Einer von ihnen steht im Verdacht, an der Entführung Ben Barkas in Paris beteiligt gewesen zu sein.

Der Oppositionelle Ben Barka war am 29. Oktober 1965 mitten in Paris verschleppt worden. Für die Aktion wurde der marokkanische Geheimdienst verantwortlich gemacht, der dabei von französischen Polizisten unterstützt worden sein soll. Seine Leiche wurde nie gefunden. Der Fall hatte zu einer schweren Krise in den französisch-marokkanischen Beziehungen geführt.

Die marokkanische Regierung reagierte zunächst nicht offiziell auf die internationalen Haftbefehle. Ein Mitarbeiter des Justizministeriums sagte lediglich, die "alte Affäre" komme immer wieder an die Oberfläche, wenn "dunkle Kräfte die ausgezeichneten Beziehungen zwischen Frankreich und Marokko in den Schmutz ziehen wollen". (APA)

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    Mehdi Ben Barka verschwand 1965 in Paris

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