Helm aus der Bronzezeit in Wien analysiert

1. Oktober 2009, 15:43
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Kammhelm dürfte vor 3.000 Jahren als Opfergabe im Anlaufbach versenkt worden sein

Salzburg - Der im Jahr 2006 von einem anonymen Finder entdeckte Anlauftal-Helm stammt nicht aus der selben Werkstatt wie seine berühmten Kollegen, der Pass-Lueg-Helm und der Pillersattel-Helm. Er wurde aber ebenfalls in der späten Bronzezeit mit Kupfer aus der Region gefertigt, und zwar zwischen dem 11. und dem 9. Jahrhundert vor Christi. Das ergaben eine archäometallische und eine frühgeschichtliche Analyse der Universität Wien, die das bei Badgastein gefundene Fragment des Kammhelmes gründlich unter die Lupe genommen hat.

"Dieser halbe Bronzehelm muss einem reichen Krieger gehört haben und dürfte vermutlich als Opfergabe im Anlaufbach versenkt worden sein", so Andreas Lippert vom Ur- und Frühgeschichtlichen Institut der Uni Wien. "Das ist entlang der Handelsrouten über die Alpen immer wieder gemacht worden. Die Organisatoren des Salz- und Kupferhandels haben versucht, die Götter für eine möglichst gefahrlose Überquerung von Pässen milde zu stimmen."

Der halbe Bronzehelm soll ab März 2010 im gerade neu konzipierten Bergbaumuseum in Böckstein bei Bad Gastein öffentlich präsentiert werden, in dessen Eigentum das rund 3.000 Jahre alte Metallstück übertragen wurde. Zur Zeit wird an einer vollständigen Kunststoff-Rekonstruktion in Originalfarbe gearbeitet. (APA/red)

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