Wiener auf Wohnungssuche

1. Oktober 2009, 15:29
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65 Prozent hätten gerne eine größere Wohnung. 22 Prozent gaben an, eine kleinere Wohnung zu suchen - Auch hier macht sich die Finanzkrise bemerkbar

Wien - Immer mehr Wiener suchen eine neue Wohnung. Waren es im Jahr 2002 noch 16 Prozent, möchte nun jeder Fünfte umziehen - das hat eine Umfrage ergeben, die Sora im Auftrag der Stadt durchgeführt hat. Dazu wurden im Juli insgesamt 2007 Personen ab 18 Jahren befragt.

Besonders intensiv suchen mit 47 Prozent junge Menschen, die noch bei den Eltern leben, eine Wohnung. Die Umfrage hat gezeigt, dass entgegen allen Prognosen aufgrund der steigenden Zahl an Single-Haushalten keineswegs kleinere Wohnungen gefragt sind. Laut Umfrage suchen gerade Singles Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern. Einzimmerwohnungen wollen lediglich fünf Prozent.

Aber auch die über 60-Jährigen sind mobiler geworden. "Gerade Pensionisten verbringen viel Zeit daheim, immer mehr Menschen dieser Altersgruppe wollen eine für sie passende Wohnung", sag- te Sora-Geschäftsführer Günther Ogris am Mittwoch bei der Präsentation der Umfrageergebnisse.

In Krisenzeiten, so Ogris, würden Wohnungen auch wieder stärker als Wertanlage herangezogen. Auch das habe die Zahl der Wohnungssuchenden erhöht.

95 Quadratmeter und hell

Die ideale Wiener Wohnung hat demnach 95 Quadratmeter, verfügt über Tageslicht, einen Balkon oder eine Loggia, ist in U-Bahn-Nähe, und die Nachbarn sind umgänglich. Wenn die Wohngegend passt, werden bei der Wohnung selbst Abstriche - etwa bei der Raumhöhe - in Kauf genommen.

65 Prozent hätten gerne eine größere Wohnung. 22 Prozent gaben an, eine kleinere Wohnung zu suchen. Auch hier macht sich die Finnanzkrise bemerkbar: 13 Prozent nannten finanzielle Probleme als Grund - im Jahr 2002 waren es noch acht Prozent.

Was Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP) am Ergebnis der Umfrage "positiv überrascht" hat: 54 Prozent der Befragten haben angegeben, dass interkulturelle Wohnprojekte für sie "sehr" oder "ziemlich" infrage kämen. Ein Drittel zeigte daran hingegen "wenig" oder "kein" Interesse. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD Printausgabe 1.10.2009)

 

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