Grimaldi setzt auf Wachstum in Österreich

1. Oktober 2009, 15:08
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Flottenerneuerung gegen Luftfahrt-Konkurrenz

Wien - Die in Neapel ansässige Reederei Grimaldi Group hat Anfang 2009 ihre Passagierrouten massiv ausgebaut und setzt dabei auch auf österreichische Kunden."Österreich ist für uns der drittgrößte Herkunftsmarkt,", sagte Lucas Sigalas, Sales und Marketing Direktor der griechischen Grimaldi-Tochter Minoan Lines, gestern, Mittwochabend, bei einem Gespräch mit Journalisten in Wien. Man gehe davon aus, dass der österreichische Markt heuer "leicht wachsen" wird, sagte Sigalas, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Bei der Mutter Grimaldi Group erwartet man sich durch die Flottenerneuerung in Richtung "jünger, schneller und luxuriöser", dass die Kreuzfahrtfähren konkurrenzfähiger zu den Billigfliegern werden. Das österreichische Publikum soll dabei von Häfen wie Venedig, Anacona oder Genua seinen Urlaub in die Mittelmeerdestinationen antreten. Hoffnungen setzt man in die neue "Cruise Europa". Die den Angaben zufolge größte Kreuzfahrtfähre im Mittelmeer soll ab Herbst 2009 für Minoan Lines mit einer Kapazität von 3.000 Passagieren zwischen dem italienischen Ancona und den griechischen Destinationen Igoumenitsa und Patras verkehren.

Marketingplanfür Österreich

Einen Ausbau in Österreich plant auch die finnische Tochter Finnlines, die sich als Marktführer bei RoRo-Transporten (Roll on, Roll off, Fracht wird nicht geladen, sondern fährt auf) in der Ostsee sieht. Für das Österreich-Geschäft, das derzeit auf einem niederen Niveau rangiert, werde ein Marketingplan ausgearbeitet, sagte Kaj Takolander, Executive Vice President, Passengers Services bei den Finnlines. "Wir sehen aufgrund der Naturgegbenheiten in Finnland ein großes Potenzial, weil die Österreicher sehr outdoororientiert urlauben".

Angesprochen werden sollen unter anderen Kunden, die von einem Norddeutschlandurlaub aus nach Finnland übersetzen. Seit Anfang Juni verkehren die Finnlines außerdem als einzige Reederei in einer Direktverbindung zwischen Deutschland und Polen (Route Lübeck-Travemünde nach Gdynia), wodurch das Passagiergeschäft einen neuen Schub erhalten soll.

Die Grimaldi Gruppe eröffnete Anfang des Jahres 2009 zwölf neue Fracht und Passagierrouten im Mittelmeer. 2008 trasportierte man jährlich 2,68 Mio. Passagiere, sowie 2,86 Mio. Autos und 1,6 Mio. LKW, Trucks und Container, geht aus Unternehmensunterlagen hervor. Der Turnover lag bei 2,5 Mrd. Euro. 127 Schiffe verkehren für das Unternehmen. (APA)

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