Arbeitsproduktivität steigt in Österreich

1. Oktober 2009, 09:10
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Jede Arbeitskraft hat 2008 um zwei Prozent mehr produziert, die Kosten einer Arbeitsstundeliegen mit 31,40 Euro über dem EU-Schnitt

Wien - In der österreichischen Sachgüterindustrie ist im Jahr 2008 die Arbeitsproduktivität überdurchschnittlich stark gestiegen. Die Produktionsleistung je unselbständige Arbeitskraft stieg um 2,0 Prozent, während die EU-Handelspartner einen Produktivitätsrückgang von 1,0 Prozent und Deutschland von 1,2 Prozent verzeichneten. Das Wifo führt dies in einer Studie (Monatsberichte 9/2009) darauf zurück, dass Österreichs von der globalen Wirtschaftskrise im Vorjahr noch vergleichsweise wenig betroffen war. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten habe sich die Wettbewerbsposition der österreichische Wirtschaft in den letzten Jahren aber wenig geändert.

Die Produktivitätssteigerung erlaubte einen nur mäßigen Anstieg der Lohnstückkosten von 1,0 Prozent, während sich für die EU-Handelspartner eine Zunahme von 2,8 Prozent ergab. Damit verbesserte sich auch die relative Lohnstückkostenposition Österreichs sowohl gegenüber den EU-Handelspartnern (-2,2 Prozent) als auch gegenüber Deutschland (-1,5 Prozent) deutlich. Die relative Lohnstückkostenposition ist heute um rund 15 Prozent günstiger als Mitte der 1990er-Jahre. Für 2009 geht das Wifo allerdings wieder von einer Verschlechterung der Arbeitsproduktivität und der Lohnstückkostenposition aus.

Eine Arbeitsstunde in der österreichischen Sachgüterindustrie kostete im Vorjahr 31,40 Euro und war damit um 12 Prozent teurer als im Durchschnitt der alten EU-15-Länder. Im internationalen Vergleich bewegte sich Österreich damit im oberen Mittelfeld. Von den 31,40 Euro entfielen 16,70 Euro auf den Leistungslohn und 14,70 Euro auf Lohnnebenkosten. Der Lohnnebenkostensatz war mit 88 Prozent etwas niedriger als im Vorjahr.

Große Unterschiede

Am teuersten war der Faktor Arbeit 2008 in Norwegen (41,3 Euro, +31,4 Prozent gegenüber Österreich) vor Belgien (36,6 Euro, +16,6 Prozent), der Schweiz (34,8 Euro, +10,8 Prozent), Schweden (34,7 Euro, +10,4 Prozent) sowie Dänemark (34,1 Euro, +8,6 Prozent) und Deutschland (33,5 Euro, +6,8 Prozent). In den Niederlanden und in Finnland kostete die Arbeitsstunde etwa gleich viel wie in Österreich. Wechselkursbedingt verbesserte sich die Position von Großbritannien (24,6 Euro). Auch in den USA, (22,6 Euro) wirkten sich die Wechselkursänderungen günstig auf die Wettbewerbsfähigkeit aus.

Der Unterschied zwischen den Arbeitskosten in Ost- und Westeuropa blieb trotz des spürbaren Aufholprozesses sehr groß. In Bulgarien etwa kostete die Arbeitsstunde nur 2,2 Euro, das sind bloß 7 Prozent der Arbeitskosten in Österreich, in Tschechien sind es 28 Prozent, in Polen 22 Prozent, in Ungarn, der Slowakei und Estland knapp 20 Prozent, in Litauen und Lettland rund 15 Prozent und in Rumänien rund 10 Prozent. (APA)

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    Der Unterschied zwischen den Arbeitskosten in Ost- und Westeuropa blieb trotz des spürbaren Aufholprozesses sehr groß.

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