EU genehmigt ersten beiden Schweinegrippe-Impfstoffe

29. September 2009, 17:12
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Die von Baxter entwickelte H1N1-Vakzinen hängt noch in der "Warteschleife"

Brüssel - Die EU-Kommission in Brüssel hat die ersten beiden Impfstoffe gegen Schweinegrippe zugelassen. Die beiden Impfstoffe könnten nun europaweit vertrieben werden, teilte die Kommission am Dienstag mit. Sie folgte damit der Empfehlung der europäischen Arzneimittelagentur EMEA von vergangener Woche. Die Impfstoffe kommen von Novartis aus der Schweiz und dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline.

In der "Warteschleife" - hier gab es vergangene Woche vorerst keine Empfehlung - hängt derzeit die von Baxter entwickelte A(H1N1)-Vakzine, auf die Österreich einen Vorvertrag für 16 Mio. Dosen unterzeichnet hat.

Novartis und GlaxoSmithKline haben die Nase vorn

Im Wettlauf um die ersten Zulassungen für Influenza-Pandemie-Impfstoffe haben mit der EU-Zulassung die Pharmakonzerne Novartis (Basel) und GlaxoSmithKline (UK) die Nase vorn. Die EMEA hatte auf Basis von des zuständigen Gutachtergremiums der EU-Kommission am vergangenen Freitag die Zulassung der beiden Vakzine "Focetria" (Novartis) und Pandemrix (GSK) empfohlen. Die EU-Kommission hätte für eine formelle Zulassung 20 Tage Zeit gehabt, handelte aber nun extrem schnell. Hier die Charakteristika der Impfstoffe:

Beide Vakzine sind A(H1N1) Impfstoffe auf der Basis von Antigenen, die in embryonierten Hühnereiern produziert werden. Beide Vakzine sind mit einem jeweils anderen Adjuvans versehen. Dieses soll die Immunreaktion der Geimpften verstärken. Für beide Impfungen sind derzeit zwei Teilimmunisierungen im Abstand von drei Wochen vorgesehen. Kinder ab sechs Monaten können damit ebenfalls geimpft werden.

Vorvertrag mit Baxter

Die AGES PharmMed hat die Baxter-Vakzine im Rahmen des Zulassungsverfahrens geprüft und die Charge für die laufenden klinischen Prüfungen freigegeben. Demnach dürfte sich - bei schneller Klärung der offenen Fragen - für eine allfällige Versorgung Österreichs mit der Baxter-Pandemie-Vakzine kein Risiko einstellen. Die Republik hat mit dem Unternehmen einen Vorvertrag auf die Lieferung von 16 Mio. Dosen für alle Österreicher abgeschlossen. (APA)

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