N"Noch keine Krisenstimmung" in Österreichs Reisebüros

4. Juli 2005, 16:44
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"Ohne Erholung im Mai wird es dramatisch"

Wien - Nach einer Woche Krieg im Irak ist das Buchungsaufkommen in den österreichischen Reisebüros zwar "schwach". Die Präsidentin des Österreichischen Reisebüroverbandes (ÖRV) Annemarie Richard kann aber "noch keine Krisenstimmung" erkennen. "Die Neubuchungen halten sich die Waage mit Stornos", und beide bewegen sich derzeit auf niedrigem Niveau, sagte sie am Mittwoch.

Durch den bisherigen Kriegsverlauf seien keine Reisebüros in Österreich gefährdet, zumal die Branche in den ersten beiden Monaten des Jahres durchwegs erfreuliche Zuwächse verzeichnen konnte. Anders sehe die Situation aber nach einem längeren Krieg oder gar nach Terroranschlägen im Reisebereich aus: "Wenn sich die Lage im Mai nicht normalisiert, wird es dramatisch", meint Richard. Mit einer Erholung im Mai könnte die Branche den Krieg dagegen voraussichtlich gut verkraften.

Weniger Stornos als befürchtet

Die Zahl der Stornos sei weitaus geringer als befürchtet. Viele potenzielle Kunden verhalten sich derzeit abwartend, sagte Richard: "Man will wissen, wie sich die Dinge bis zum Sommer entwickeln, manche warten auch auf billigere Preise".

Für die Branche "sehr positiv" sei die vom Wirtschaftsminister zusammen mit den Sozialpartnern geschaffene Möglichkeit zur Einführung von Kurzarbeit bei Reisebüros und in der Hotellerie. Hier sei schnell und unbürokratisch gehandelt worden. Jetzt müsse jeder für sich ein Szenario rechnen. Kurzarbeit ist nur für jene Unternehmen möglich, die im März oder April gegenüber dem Vorjahreszeitraum Umsatzverluste von 10 Prozent oder mehr verzeichnen. Schätzungen, wonach bei den Reisebüros rund 1.000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten, bewertet Richard als "nicht seriös". (APA)

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