Hardliner drängen Rafsanjani an den Rand

16. September 2009, 15:41
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Expräsident darf nicht wie seit Jahren am "Jerusalem-Tag" predigen - Warnungen an die Opposition

Teheran - Das iranische Establishment hat die Opposition davor gewarnt, die Feierlichkeiten zum jährlichen "Jerusalem-Tag" für Demonstrationen zu nutzen. Es entzog nach staatlichen Medienberichten vom Mittwoch dem früheren Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani die Predigt zu der Veranstaltung am Freitag, die mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan zusammenfällt. Statt Rafsanjani wird ein Gefolgsmann von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, Ahmad Khatami, die Predigt halten.

Rafsanjani, der auch den geistlichen Titel eines Ayatollahs hat, hat seit Jahren die Rede zum Quds-Tag, gehalten, an dem die Iraner ihre Solidarität mit den Palästinensern ausdrücken. "Al-Quds" ("Die Heilige") ist der arabische Name Jerusalems. Am Quds-Tag ziehen die Einwohner in großen Gruppen durch die Straßen, bevor sie sich zum Freitagsgebet auf einem großen Platz versammeln.

Auf der Webseite des Ahmadinejad offiziell unterlegenen Mir-Hossein Moussavi hieß es, der Oppositionspolitiker werde am Freitag an einer propalästinensischen Kundgebung teilnehmen. Das könnte ein Signal an seine Anhänger sein, in großer Zahl zusammenzukommen. Das wäre die erste Massenkundgebung seit den Protesten gegen das Wahlergebnis am 17. Juli - damals hatte Rafsanjani, der sich auf die Seite Moussavis geschlagen hatte, das Freitagsgebet gesprochen.

In den Protesten gegen das Ergebnis der Wahl im Juli kamen nach Angaben der Opposition 72 Menschen ums Leben. Die Behörden sprechen von 36 Toten. Es waren die größten Proteste im Iran seit der islamischen Revolution 1979. Tausende wurden verhaftet, einige Gefangene sollen Oppositionsangaben zufolge gefoltert worden sein. (APA/AP)

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