Bongo Junior zum Sieger erklärt

3. September 2009, 19:53
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Sohn des verstorbenen Präsidenten erreichte 41,7 Prozent der Stimmen - Ergebnis löst Ausschreitungen aus - Brandanschlag auf französisches Konsulat

Libreville/Nairobi - Im zentralafrikanischen Gabun sind nach dem umstrittenen Wahlsieg von Ali Ben Bongo bei den Präsidentenwahlen am Donnerstag Unruhen ausgebrochen. Es kam Medienberichten zufolge zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der Opposition, die die Rechtmäßigkeit des Wahlsiegs des Sohnes des im Juni gestorbenen Präsidenten Omar Bongo anzweifelten.

In der Hauptstadt Libreville ging die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Dabei soll auch der Oppositionspolitiker und Präsidentschaftskandidat Pierre Mamboundou verletzt worden sein.

Konsulat angezündet

In Port Gentil, der zweitgrößten Stadt des Landes, setzten Demonstranten das französische Konsulat in Brand, berichtete der britische Rundfunksender BBC. Omar Bongo hatte zeitlebens enge Verbindungen zu der ehemaligen Kolonialmacht gehalten. In Gabun sind etwa tausend französische Soldaten stationiert. Außerdem sei in Port Gentil ein Gefängnis gestürmt worden. Die Gefangenen seien befreit worden.

Angesichts der gewaltsamen Proteste nach Bekanntgabe des Präsidentschaftswahlergebnisses in Gabun hat Frankreich seine Bürger in dem Land zur Vorsicht ermahnt. Franzosen sollten ihre Wohnungen derzeit nicht verlassen, sagte Entwicklungsstaatssekretär Alain Joyandet am Donnerstag in Paris. In der ehemaligen französischen Kolonie Gabun leben rund 10.000 Franzosen.

Laut Joyandet wurden 70 bis 80 französische Soldaten eingesetzt, um die Mitarbeiter zu schützen. Frankreich hat in dem zentralafrikanischen Land eine rund tausend Mann starke Militärbasis. Paris rufe in dem Land "zur Ruhe und zum Respekt der Institutionen" auf, sagte Joyandet. "Wenn es Wahlbeschwerden gibt, müssen diese vor den Stellen erfolgen, die dafür vorgesehen sind."

Die Staatliche Wahlkommission hatte am Donnerstag den 50-jährigen bisherigen Verteidigungsminister zum Sieger der Präsidentenwahlen in dem ölreichen Kleinstaat erklärt. Danach hatte Bongo als Kandidat der regierenden Gabunischen Demokratischen Partei am Sonntag 41,7 Prozent der Stimmen erhalten.

Abgeschlagen auf den nächsten Plätzen landeten Andre Mba Obame, ehemaliger Innenminister und unabhängiger Kandidat, mit 25,8 Prozent sowie der langjährige Oppositionsführer Pierre Mamboundou mit 25,2 Prozent. Alle drei Politiker hatten nach der Wahl Anspruch auf den Sieg erhoben.

Ursprünglich sollte das Ergebnis der Wahl bis Mittwoch bekanntgegeben werden. Vor allem Vertreter der Opposition sahen die Verzögerungen als Hinweis auf Unregelmäßigkeiten. Ali Ben Bongo hatte als Favorit der Wahl gegolten. Opposition und Bürgergruppen hatten eine Verschiebung des Wahltermins gefordert. Sie kritisierten, dass der Wahlkampf auf zwei Wochen begrenzt wurde und die Kandidaten deshalb nicht genug Zeit hatten, sich den Wählern bekannt zu machen. (APA/dpa/Reuters)

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    Ali Bongo erbt das Präsidentenamt von seinem Vater

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