Österreich ist bedeutendes Zielland

1. September 2009, 19:30
14 Postings

Die meisten Händler sind Österreicher - Immer mehr Opfer sind Kinder

 Wien -1,2 Millionen Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr zum Opfer illegaler Sexhändler. "Österreich - als Tor zu Osteuropa - nimmt dabei die Rolle eines Ziel- und Transitlandes ein", erklärte Ecpat-Geschäftsführerin Astrid Winkler Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien erklärte. Ecpat ist ein Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, das unter anderem gegen Kinderprostitution kämpft.

Diese Woche startete es gemeinsam mit der Initiative gegen Menschenhandel der Vereinten Nationen UN.GIFT und dem Unternehmen "The Body Shop" die internationale Kampagne "Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen". Weltweit hat der Anteil minderjähriger Menschenhandels-Opfer nach Angaben von Ecpat zwischen 2003 und 2007 von 15 auf 22 Prozent zugenommen. In Österreich gab es laut Winkler in den vergangenen Jahren vor allem Opfer aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Moldau, der Ukraine, Russland und Weißrussland. Manche werden umgehend nach Deutschland und Nordeuropa weiter transportiert.

Meist Händler aus dem Inland

Unter den in Österreich gefassten Menschenhändlern finden sich laut Bundeskriminalamt-Statistik hauptsächlich Inländer (15 Prozent), gefolgt von Slowaken , Ukrainern und Serben. Mehr als ein Drittel der Täter sind unter 30 Jahre alt, etwa 13 Prozent sind weiblich. Ein Opfer bringt Menschenhändlern laut Ecpat in einem Industrieland pro Jahr rund 47.085 Euro ein, in ärmeren Regionen seien es in etwa 7007 Euro. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 2.9.2009)

Share if you care.