Bully und "Wickie" auf Promo-Besuch

1. September 2009, 15:04
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Realverfilmung als Hommage gedacht: "Wickie war als Vorlage per se sehr witzig - das zu parodieren macht keinen Sinn"

Wien - 78 Folgen gab es von der Kinderserie "Wickie und die starken Männer", die Anfang der 1970er Jahre als deutsch-österreichisch-japanische Koproduktion entstanden war. Am 9. September kommt nun Michael Herbigs Realverfilmung ins Kino - allerdings nicht als klassische Bully-Parodie, sondern mehr als Hommage und als amüsanter Abenteuerfilm für Kinder. "Wickie war als Vorlage per se sehr witzig - das zu parodieren macht keinen Sinn", gab sich Herbig im Anschluss an eine Pressevorführung der Constantin Produktion in Wien überzeugt. Er habe alle Folgen noch einmal angesehen und versucht, zentrale Elemente und einzelne Story-Teile herauszupicken. "Die Serie hat mich doch ein Stück weit geprägt - und sie hat eine Zeitlosigkeit und nix an Charme verloren."

Mit rund 900 Kopien startet "Wickie" am 9. September in Deutschland und Österreich, in Spanien läuft der Film fast zeitgleich mit 350 Kopien an. Und auch sonst sei das Interesse des Weltvertriebs sehr groß, freute sich Herbig, der als Regisseur, Produzent, Darsteller und Musiker im Einsatz und sich noch gut an seine erste Begegnung mit dem kleinen Wikinger-Buben erinnern kann. "Ich war damals fünf, es war richtig bunt - und während es in Deutschland nur zwei Sender und bis 17 Uhr Testbild gab, konnten wir in Bayern manchmal ORF empfangen und 'Wickie' schon vorher angucken."

Alte Filmhasen

Auch Jonas Hämmerle, der den kleinen Wickie spielt, kennt die Serie mittlerweile, hat sich aber erst nach der Casting-Entscheidung einige Folgen angesehen. "Meistens wusste ich schon so ungefähr, was passieren würde", erzählte Hämmerle in Wien. Den Rummel rund um seine Person findet er "noch ganz in Ordnung". Es sei "nicht superkomisch oder so, ich habe davor ja schon zwei Filme gedreht, also wusste ich ein bisschen, was auf mich zukommt. Aber ein Film mit Bully ist schon eine Erfahrung." Hämmerle setzte sich beim umfangreichen Casting gegen fast 600 andere Kinder durch und kann sich auch ein wenig mit Wickie identifizieren: "Ich denke, dass ich auch nicht wirklich so ein Schlägerjunge bin - ich denke schon vorher nach."

Hämmerle geht mit Herbig und Co. nun auf mit dem "Wickie"-Helikopter auf Kinotour durch Deutschland und Österreich. Während Bully "wahnsinnig gern mit den Kids gedreht" hat, hatte der ehemalige Fassbinder-Schauspieler Günther Kaufmann als "Schrecklicher Sven" teilweise schon seine liebe Mühe: "Ich hatte auf Malta einen Fatsuit an, der zehn Kilo wog, es hatte 37 Grad und Milliarden Fliegen - und die Kinder sind auf meinem Schoß gesessen und mir teilweise echt auf den Wecker gegangen." Aber sie hätten auch kämpfen müssen, wenn es hin und wieder anstrengend geworden sei, und das habe ihm auch wieder sehr imponiert. Kaufmann sagte jedenfalls, er gehe in seiner Rolle ("ein fetter, übelriechender Vogel, ein Killer, ein Wahnsinniger - das bin ich!") auf.

Die Crew

Um nicht "in den Parodiestrudel" reinzukommen, besetzte Herbig viele Rollen mit unbekannten Gesichtern, die er in einer TV-Castingshow auf ProSieben gesucht hatte - was "nebenbei" auch für ordentlich Promotion sorgte. Unter anderem schafften so Christian A. Koch als Snorre, Nic Romm als Tjure, Mike Maas als Gorm, Patrick Reichel als Ulme und Jörg Moukaddam als Faxe ihren Sprung auf die Kinoleinwand. An ihrer Seite finden sich mit Jürgen Vogel, Christoph Maria Herbst oder eben Kaufmann aber durchaus auch prominente Gesichter. Ob es eine Fortsetzung von "Wickie" geben wird, wie am Ende des Filmes angekündigt wird, halten sich Herbig und Co. noch offen. "Ich bin kein großer Fan von Sequels und hab das auch noch nie gemacht." Als nächstes drehe er vorerst mal "ein richtig schönes Urlaubsvideo". (APA/red)

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    Von links nach rechts: "Pokka" Christoph Maria Herbst, "Wickie" Jonas Hämmerle und Bully

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