SkyEurope am Boden

1. September 2009, 11:08
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Seit der Gründung schreibt der Billigflieger Verluste, im Juni wurde Insolvenz beantragt

Die Billigairline SkyEurope ist endgültig am Boden: Am 31. August, stellte der Restrukturierungstreuhänder der seit Juni im Insolvenzverfahren befindlichen Airline einen Konkursantrag, nachdem der laufende Betrieb nicht mehr finanziert werden konnte. Der Flugbetrieb wurde eingestellt, Tausende Passagiere sind gestrandet.

SkyEurope Airlines wurde im September 2001 von Christian Mandl and Alain Skowronek gegründet. Die Gesellschaft sah sich als größte Low-Cost-Fluggesellschaft Mittel- und Osteuropas (CEE). Sie ist seit September 2005 an den Börsen von Wien und Warschau gelistet und kämpfte permanent mit Finanzierungsproblemen. Seit der Gründung wurden Verluste geschrieben. Das Unternehmen beschäftigt rund 700 Mitarbeiter.

Für das Geschäftsjahr 2007/08 (bis 30. September) verweigerten die Wirtschaftsprüfer der KPMG-Gesellschaft der Airline den Bestätigungsvermerk unter die Bilanz. Der Grund: Sie bezweifelten, dass der Fortbestand des Unternehmens für 12 Monate garantiert werden könne. Die Billigairline hatte im letzten vollen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 260,9 Mio. Euro einen Nettoverlust von fast 60 Mio. Euro eingefahren und Schulden von 176,6 Mio. Euro angehäuft.

Zuletzt hat die angeschlagene Airline ihre Kapazitäten und das Streckennetz drastisch zurückgenommen: Von ursprünglich 14 Flugzeugen wurden 7 - wie im Jänner bekanntgegeben - zurückgegeben, was Rückgabekosten von 5,4 Mio. Euro verursachte. Drei Flieger wurden bis Ende März ersetzt, teilweise durch besonders kostenintensives Kurzfrist-Leasing.

Am 22. Juni 2009 kam der erste finanzielle Tiefpunkt: Die operative Tochter der SkyEurope meldete in der Slowakei Insolvenz an und stand seither unter Gläubigerschutz. Mitte August stellte der Flughafen Wien wegen nicht beglichener Forderungen die Abfertigung der Maschinen ein. Die Airline behalf sich, indem die Passagiere mit Bussen zum Flughafen Bratislava gebracht wurden und die Flüge von dort starteten. Am 31. August ging es dann Schlag auf Schlag: Der Flughafen Prag kündigte einen Abfertigungsstopp an und auch in Bratislava konnte nicht mehr aufgetankt werden, weil kein Geld mehr da war. Daraufhin stellte der slowakische Restrukturierungstreuhänder der SkyEurope noch in der Nacht in Bratislava den Konkursantrag.

SkyEurope bediente ursprünglich ab Wien mehr als 20 Destinationen in Europa, darunter Amsterdam, Brüssel, Barcelona, Lissabon, Neapel, Athen und Bukarest. Weiters wurde von Prag und den slowakischen Flughäfen Bratislava und Kosice geflogen.

Die SkyEurope-Aktie notierte in Wien zuletzt bei 0,25 Euro. Der Handel mit der Aktie wurde am 1. September ausgesetzt.

Größte Aktionäre der in Wien ansässigen SkyEurope Holding AG sind laut Firmencompass die York Global Finance mit etwa 30 Prozent, sowie die Focus Capital Investments mit knapp 10 Prozent, der Rest ist Streubesitz. (APA)

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