Schwache Konjunktur für Event-Veranstalter

31. August 2009, 18:54
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Branchenführende Gesellschaft für Erlebnismarketing setzt auf "grüne" Karte

Wien - "Das war wie ein Schock. Anfang 2008 agierten viele Unternehmen noch nach der Devise: Was kostet die Welt. Schon im Herbst lief es nicht mehr so rund, Anfang 2009 war dann ziemliche Ebbe", sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Erlebnismarketing GmbH, Rudolf Lumetsberger, dem Standard. Inzwischen habe sich das Geschäft wieder einigermaßen erholt. Unterm Strich dürfte heuer dennoch ein Umsatzminus von 20 Prozent bleiben.

Der Ausblick 2010 hingegen sei vielversprechend. Manche Kunden hätten mit Auftragsstornierungen auf die Krise reagiert, andere hätten Veranstaltungen auf kommendes Jahr verschoben.

Die Gesellschaft für Erlebnismarketing, seit 2003 am Markt, ist Eigenangaben zufolge mit 18 Mitarbeitern führend bei der Veranstaltung von Unternehmensevents in Österreich. In "Normaljahren" werden rund 150 Projekte bearbeitet. Heuer dürften es gut zwei Dutzend weniger sein. Zu den Kunden zählen unter anderem Allianz, Internorm, Marionnaud, OMV, Porsche Bank und Voestalpine.

Hoffnungen setzt Lumetsberger nun auf steigendes Umweltbewusstsein in den Betrieben. "Klimaneutrale Veranstaltungen sind bei börsennotierten Firmen immer mehr ein Thema. Das wird Kreise ziehen", glaubt Lumetsberger.

Um diese Chance zu nützen, hat man mit einem Partner nun einen CO2-Rechner entwickelt. Damit kann man den Ausstoß an Kohlendioxid bei einer Veranstaltung ziemlich exakt prognostizieren. "Zunächst versuchen wir, den CO2-Ausstoß zu minimieren, indem wir zum Beispiel Fahrkooperationen initiieren. Was an CO2 dann noch übrigbleibt, kann durch Kauf spezieller Zertifikate kompensiert werden", sagte Lumetsberger.

Die Zertifikate kosten rund 25 Euro je Tonne. Der Preis ist damit höher als der an den CO2-Börsen gebildete, der zurzeit bei rund 15 Euro je Tonne liegt und der Industrie im verpflichtenden Handel als Orientierungshilfe dient. Grund für die Differenz seien die kleineren Mengen, die gehandelt werden und Zuschläge der Broker, die die Zertifikate besorgen.

Bei einer Veranstaltung mit 300 Teilnehmern sei mit einem CO2-Ausstoß von 50 Tonnen und Gesamtkosten für den CO2-Freikauf von 60.000 bis 65.000 Euro zu rechnen, sagte Lumetsberger. Das Geld fließe großteils in Umweltprojekte. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.9.2009)

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