Justizverfahren gegen Energiekonzern EDF wegen Greenpeace-Affäre

28. August 2009, 16:12
posten

Verdacht illegaler Bespitzelung

Paris - Der französische Energiekonzern EDF (Électricité de France) ist ins Visier der Justiz geraten, weil er die Umweltorganisation Greenpeace illegal bespitzelt haben soll. Der Untersuchungsrichter habe ein Verfahren eröffnet, berichteten französische Medien am Freitag. EDF wollte dies zunächst nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft wirft EDF vor, eine Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, in den Computer des früheren Greenpeace-Chefs Yannick Jadot einzudringen.

Der Chef der Sicherheitsfirma, ein Ex-Geheimdienstler, bekannte sich in Interviews zu der Tat und nannte EDF ausdrücklich als seinen Auftraggeber. Ziel des Konzerns sei es gewesen, früh über geplante Aktionen der Anti-Atom-Bewegung Bescheid zu wissen. EDF hatte nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens zwei leitende Mitarbeiter suspendiert, die für die Sicherheit der Atomkraftwerke zuständig waren.

Auslöser der Affäre soll ein Informationsleck bei EDF gewesen sein. Greenpeace und eine weitere Anti-Atom-Organisation hatten ein streng vertrauliches EDF-Papier zugespielt bekommen. Aus diesem ging nach Angaben der Atomkraftgegner hervor, dass der neue Europäische Druckwasserreaktor (EPR) gegen eine Terrorattacke mit einem Flugzeug schlechter geschützt sei als von EDF behauptet. 1985 hatten französische Geheimdienstagenten das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior" in Neuseeland versenkt. (APA/dpa)

Share if you care.