Der Selbstmordplanet, den es eigentlich nicht geben dürfte

26. August 2009, 19:00
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WASP-18b ruft verhängnisvolle Plasmaströme auf seiner nahe gelegenen Sonne hervor

London - Nach den bisherigen Erkenntnissen der Astronomie stellt WASP-18b ein Ding der Unmöglichkeit dar - und zwar ein ziemlich großes: Der Exo-Planet, der rund 325 Lichtjahre von der Erde entfernt um seine Sonne kreist, ist nämlich zehn Mal so groß wie Jupiter. Das allein wäre aber noch nichts Außergewöhnliches.

Das Besondere ist, dass WASP-18b so nah und schnell um sein Zentralgestirn kreist, dass der Planet dafür nur einen Erdentag braucht. Und zusammen mit seiner Größe führt das dazu, dass er gigantische und für ihn letztlich verhängnisvolle Plasmaströme auf seiner nahe gelegenen Sonne hervorruft, wie sein Entdecker, der britische Astrophysiker Coel Hellier, in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" (Bd. 460, S. 1098) berichtet.

Langsamer Todestanz

Diese Plasmaströme wiederum beeinflussen die Umlaufbahn von WASP-18b. Die Folge: Der seltsame Riese bewegt sich laut Hellier in einer Art Todesspirale immer schneller auf die Sonne zu, in der er dann eines Tages verglühen wird. Es ist ein langsamer Tod: Der „Selbstmordplanet wird nach Einschätzung Helliers noch etwa eine Million Jahre seinen feurigen Todestango tanzen. (DER STANDARD, Printausgabe, 27. 8. 2009)

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