Ein Moment brachte Austria an die Spitze

23. August 2009, 19:03
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Die Wiener besiegten Sturm mit 1:0. Grazer hatten mehr vom Spiel, Acimovic köpfelte die Veilchen an die Tabellenspitze

Graz - "Ein glücklicher Sieg", gestand Austria-Trainer Karl Daxbacher nach dem 1:0 seiner Mannschaft in Graz und fasste zusammen, "Gut gekämpft und schlecht Fußball gespielt". Solch ein Eingeständnis hört man bei Bundesliga-Trainern nicht alle Tage, der Umstand, dass die Austria in Graz die Tabellenführung übernommen hat, zeigte Wirkung. Über den Treffer seines Spielmachers Milenko Acimovic in der 79. Minute sagte Daxbacher: "Wir haben mit einer Aktion, das Spiel auf den Kopf gestellt." Sturm-Trainer Franco Foda wollte nach dem Spiel, das seine Mannschaft über weite Strecken bestimmte, die 0:1-Niederlage nicht ganz wahr haben: "Für mich ist es unglaublich, dass die Austria so ein Spiel gewinnen kann." Die Austria liegt nach dem vierten Ligasieg in Folge mit zwölf Punkten vor Titelverteidiger Red Bull Salzburg (10) an der Tabellenspitze, Sturm Graz (9) ist Dritter.

Spielende Grazer, defensive Wiener

Kurzfristig musste die Austria nicht nur die verletzten Okotie, Bak und Junuzovic vorgeben, sondern auch auf Petr Vorisek verzichten, der das Aufwärmen wegen Magenproblemen abgebrochen hatte. Für den Tschechen rutschte Hattenberger in die Startformation und bildete mit dem erstmals in der Bundesliga von Beginn an spielenden Julian Baumgartlinger die vioellte Doppel-Sechs. Vor allem Hattenberger zeigte Schwächen beim Spielaufbau. Dem Tiroler unterliefen einige Fehlpässe beim Umschalten von Defensive auf Offensive.

Die Grazer, bei denen Coach Franco Foda Feldhofer für den verletzten Lamotte (Sonnleitner rückte dafür auf die rechte Abwehrseite) aufbot, hatten deutlich mehr Spielanteile und kamen nach einer schwachen Anfangsphase mit vielen Fehlpässen besser ins Spiel.

Sturm scheitert an Safar

Für Gefahr sorgte hauptsächlich der spielstarke Jakob Jantscher aus der Distanz. In der 30. Minute war der Austria-Torhüter bereits geschlagen, die Stange verhinderte die Sturm-Führung. Zudem sorgten auch Hölzl mit einem von Safar parierten Schuss (4.) und vor allem Weber, dessen Schuss nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen am langen Eck vorbeistrich, für Torgefahr.

Die nur aufs Verteidigen bedachten Schützlinge von Coach Karkl Daxbacher fanden lediglich zwei Halbchancen vor, Hattenberger kam nach einer Suttner-Flanke nicht richtig an den Kopfball (18.) sowie nach einem Acimovic-Freistoß vor Goalie Gratzei stehend knapp zu spät (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel steigerten die Steirer ihre Versuche das Spiel zu entscheiden, die Veilchen reagierten mit gesteigerter Abwehrarbeit. Austria-Tormann Safar musste bei Schüssen von Hölzl (48.), Weber (59.) und Muratovic (64.) klärend eingreifen. Als Sturm-Verteidiger Ferdinand Feldhofer in der 56. Minute nach einem Corner den Ball aus einem Meter Entfernung statt ins Tor nur auf Safars Stirn platzierte, keimte die Grazer Verzweiflung erstmals auf. Minuten später hatte Jantscher den Austria Tormann bereits umspielt, Beichler konnte den Querpass aber nicht im Austria-Tor unterbringen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt drängte sich die Fußball-Floskel "Wer die Tore nicht schießt, der bekommt sie" bei den Beobachtern der Partie in Graz Liebenau auf.

Ein Moment genügte der Ausrtria

Die auf Sparflamme agierenden Wiener stellten mit einem perfekten Konter in der 79. Minute den gesamten Spielverlauf auf den Kopf. Suttners Flanke fand den bis dahin schwach spielenden Acimovic im Grazer Strafraum, seinem Kopfball konnte Sturm-Tormann Gratzei nur noch nachschauen. Ein Gegentor in den letzten Minuten, wie am Donnerstag gegen Donezk, ersparte sich die Austria. Die Wiener stehen erstmals seit dem 4. November 2008, der 13. Bundesliga-Runde der abgelaufenen Saison, an der Tabellenspitze. (sh, derStandard.at, 23. August 2009)

SK Sturm Graz - FK Austria Wien Endstand 0:1 (0:0). UPC-Arena, 12.185, SR Drabek.

Tor: 0:1 (79.) Acimovic

Sturm Graz: Gratzei - Sonnleitner (79. Hassler), Feldhofer (88. Weinberger), Schildenfeld, Kandelaki - Hölzl, Weber (82. Bukva), Hlinka, Jantscher - Beichler, Muratovic

Austria: Safar - Standfest, Dragovic, Ortlechner, Suttner - Klein, Hattenberger, Baumgartlinger, Acimovic - Diabang, Jun

Gelbe Karten: Keine bzw. Suttner, Klein

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    Die Wiener Austria feiert in Graz den Sprung an die Tabellenspitze.

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    Diabang ersetzte den verletzen Okotie.

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    Über weite Strecken eine verstrickte Partie, Sturm hatte die besseren Möglichkeiten, die Austria machte mehr daraus.

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