Göttinnengruß im "Heiligen Land"

21. August 2009, 18:10
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Dank Künstlerin Ursula Beiler wird fünf Jahre lang ein Schild mit der Aufschrift "Grüß Göttin" quasi am Osteingang Tirols stehen

Wie weiblich ist Tirol? Das fragte sich die Künstlerin Ursula Beiler, und der Autobahnbetreiber Asfinag unterstützte die Fragestellung: Fünf Jahre lang wird nun ein Schild mit der Aufschrift "Grüß Göttin" quasi am Osteingang Tirols stehen, gleich an der Autobahn A12 bei Kufstein Nord. Beilers Beitrag für "Kunst im öffentlichen Raum" wird vom Land Tirol gesponsert, als "zeitgemäße Form der Aus-einandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen", betont die zuständige Landesrätin Beate Palfrader.

Beiler hinterfragt mit ihrem Aluschild die Identität Tirols als "Heiliges Land": "Dieses Land mit seinen gewaltigen Bergen, den engen und weiten Tälern, den Gewässern erinnert an die heile, heilige Welt." Und dieses Heil sei seit Menschengedenken auch immer die Sache der Frauen gewesen. Mit ihrem "Gruß der Weiblichkeit" will Beiler die "weibliche Identität Tirols" betonen.

Dass der Schriftzug "Grüß Göttin" irritiere, wisse sie bereits seit langem, sagt die Künstlerin. Hat sie diesen doch schon an die Wand ihres Ateliers geschrieben. Mit großem Erfolg, wie sie meint: "Aus dem Allgemeingruß wurde ein Gruß, der jeden berührt. Die meisten Menschen, die den Schriftzug lesen, lächeln." (ver, DER STANDARD/Printausgabe 22.8./23.8.2009)

  • Weibliche Identität an der Tiroler Autobahn.
    foto: fotoformat.at

    Weibliche Identität an der Tiroler Autobahn.

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