Die Salzburger Bitternis

19. August 2009, 23:36
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Maccabi Haifa hat das Hinspiel bei Red Bull verdient mit 2:1 gewonnen. Österreichs Meister wird sich die Gruppenphase wohl wieder ersparen müssen

Salzburg - Es schaut nicht wirklich gut aus für Red Bull Salzburg. Und die Gruppenphase der Champions League wird wohl schon wieder ohne einen österreichischen Meister auskommen müssen. Denn Maccabi Haifa hat sich gestern in Salzburg als ausgezeichnete Mannschaft präsentiert. Spielstark, ballsicher, taktisch auf der Höhe, mutig, schnell.

Und es war überhaupt nicht dem Zufall zu verdanken, dass die Israeli schlussendlich 2:1 gewonnen haben. Von Beginn an drückten sie, bis zur zehnten Minute musste Goalie Eddie Gustafsson gleich zweimal glänzend parieren. Maccabi hatte mit der Salzburger Viererkette großen Spaß, speziell in der 22. Minute, als Ghadir völlig unbedrängt das 1:0 geköpfelt hat.

Salzburgs Trainer Huub Stevens hatte Marc Janko wieder auf der Bank gelassen, er betonte, sich dabei etwas überlegt zu haben. Die Gedanken seiner Spieler hatte sich erst nach einer halben Stunde halbwegs geordnet, da war man fast auf Augenhöhe mit dem Gegner. Und die 24..000 Zuschauer wurden munter. Nach der Pause schoss Alexander quasi aus dem Nichts den Ausgleich, der 35-Jährige bewies in dieser Szene Schnelligkeit, Kaltschnäuzigkeit und Übersicht (57.). Ab diesem Zeitpunkt keimte Hoffnung auf, aber der Druck brachte wenig. Ausgenommen einen Konter für Maccabi in der 84. Minute, den der eingewechselte Arbeitman trocken zum 2:1 verwertet hat.

Die Salzburger wollten nach den beiden 1:1 gegen Bohemians Dublin und Dinamo Zagreb daheim nicht schon wieder unentschieden spielen, eine Niederlage war aber nicht gemeint. Verteidiger Franz Schiemer sagte: "Bitter.". Stevens grantelte: "Das waren nicht die 100 Prozent, die man geben muss, vor allem nicht in der Abwehr. Ich habe gesagt, dass Haifa gut ist."

Das Rückspiel steigt am Dienstag in Tel Aviv. Noch einmal Schiemer: "Wir glauben an die ganz geringe Chance." Tormann Gustafsson stimmte dem zu hundert Prozent zu. (red; DER STANDARD Printausgabe 20. August 2009)

Champions-League-Qualifikation, 4. und letzte Runde ("Play-off"), Hinspiel:

Red Bull Salzburg - Maccabi Haifa Endstand 1:2 (0:1). Red-Bull-Arena, 24.000 Zuschauer, SR Juri Baskakow (RUS).

Torfolge: 0:1 (22.) Ghadir, 1:1 (57.) Zickler, 1:2 (84.) Arbeitman

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Schiemer, Dudic, Ulmer - Augustinussen - Tchoyi, Leitgeb, Svento (80. Jezek) - Zickler (68. Janko) - Nelisse (60. Cziommer)

Haifa: Davidovitch - Meshumar, Keinan, Maymon, Masilela - Culma Jairo, Kayal (69. Refaelov) - Ghadir (65. Boccoli), Katan, Golasa - Dwalischwili (76. Arbeitman)

Gelbe Karten: Augustinussen, Schwegler (beide für das Rückspiel gesperrt), Ulmer bzw. Meshumar, Keinan (für das Rückspiel gesperrt), Masilela

Rückspiel am 25. August (Dienstag) um 20.45 Uhr im Ramat-Gan-Stadion in Tel Aviv. Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am 27. August, 1. Spieltag am 15./16. September). Der Verlierer steht in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am 28. August, 1. Spieltag am 17. September)

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    Eddie Gustafsson hielt stark, gegen den Kopfball von Haifas  Mohammad Ghadir hatte der Salzburg-Keeper aber keine Chance. Christian Schwegler war in diesem Moment ebenso indisponiert wie mehrere seiner Kollegen.

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