Innenministerium bestellt Luxusmöbel

20. August 2009, 17:44
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Luxusmöbel im Wert von über 530.000 Euro trotz Wirtschaftskrise

Trotz der Wirtschaftskrise denkt die russische Regierung anscheinend nicht ans Sparen. Das Innenministerium bestellte auf Kosten des föderalen Haushaltes Möbel für 24,4 Millionen Rubel (rund 530.000 Euro). Darunter befindet sich laut der Ausschreibung, die auf der Homepage der staatlichen Beschaffungsagentur www.zakupki.gov.ru veröffentlicht wurde, ein Bett aus Kirschbaumholz mit dekorativen Schnitzereien, die mit 24-Karat-Gold überzogen sind.

Für fast zehn Millionen Rubel (220.000 Euro) bestellte das Innenministerium auch Büromöbel. Aber nicht irgendwelche, sondern von höchster Qualität. Ein in Auftrag gegebener Verhandlungstisch soll mit deutscher Farbe lackiert sein, das Furnier des Tisches soll aus Deutschland oder Italien kommen. Der Zeitung Wedomosti zufolge sind die Büromöbel für eine Adresse in der exklusiven Moskauer Datschensiedlung Serebrany Bor (Silberwald) bestimmt. Dort befinden sich das Gästehaus des Innenministeriums sowie staatliche Datschen, die von hochrangigen Beamten bewohnt werden.

Bemühung um Transparenz

Die Veröffentlichung der staatlichen Aufträge ist Teil der russischen Bemühungen, im Kampf gegen die Korruption mehr Transparenz zu schaffen. In der Bevölkerung kommt die Vorgehensweise des Innenministeriums allerdings alles andere als gut an.

Der Sprecher des Innenministeriums Walerij Gribakin erklärte laut Interfax, dass im Ministerium "niemand im Luxus versinken und in goldenen Betten schlafen" werde. Die Möbel seien für das Empfangshaus des Innenministeriums bestimmt, in dem hochrangige ausländische Gäste untergebracht werden. Die Möbel dienten daher der Repräsentation Russlands. Walerij Fjodorow, Mitglied des öffentlichen Rates des Innenministeriums, schloss jedoch nicht aus, dass der Rechnungshof überprüfen könnte, ob die Budgetmittel zweckmäßig verwendet wurden. (Verena Diethelm aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2009)

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