Vorverkauf für teure Konzert-Überraschung

20. August 2009, 21:21
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Der Kartenverkauf für das Tribute-Konzert vor Schloss Schönbrunn hat begonnen, mit Serverausfällen und Schwarzmarkt-Versuchen

...  obwohl das Line-up noch längst nicht feststeht. Jermaine Jackson soll das große Geheimnis in den kommenden Tagen lüften.


Wien - Welche Dimensionen wird das Michael-Jackson-Tribute-Konzert haben? Wie werden die Veranstalter versuchen, ein Verkehrschaos zu vermeiden? Und vor allem: Wer wird am 26. September vor dem Schloss Schönbrunn überhaupt auftreten? Die Gerüchte reichen von Madonna über Whitney Houston bis zu Bono. Obwohl es auf all diese Fragen noch keine Antworten gibt, können Jacko-Fans aus aller Welt ab 20.8.,   17 Uhr, Karten für das - laut Veranstalter - "royal goodbye for the King of Pop" erwerben, für das auf der Website immerhin "the world's leading artists" versprochen werden. Sie sollen ausschließlich Jacko-Songs zum Besten geben.

85.000 Karten werden aufgelegt. Für die billigste Kategorie müssen Besucher wohlfeile 63 Euro hinblättern - ohne derzeit zu wissen, wer am 26. September spielen wird. Immerhin: "Innerhalb der kommenden neun Tage wird es eine Pressekonferenz mit Jermaine Jackson geben, bei dem er bekanntgeben wird, wer bei dem Konzert auftritt", sagt eine Sprecherin des Veranstalters zum Standard.

Auch Stadt hält sich bedeckt

Auch im Büro von Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) hält man sich darüber bedeckt, wie viel Geld die Stadt für den Groß-Event zuschießen wird und verweist auf die Pressekonferenz, "bei der alle Details bekanntgegeben werden". Kolportiert wird eine Summe von 600.000 Euro. Auch aus welchem Budgettopf das Geld so spontan lockergemacht wird, ist offen. Die Wiener Wirtschaftskammer rechnet mit einer Umwegrentabilität von 50 bis 100 Millionen Euro.

Das Konzertgelände ist etwa einen halben Kilometer lang und soll sich vom Vorplatz des Schlosses Schönbrunn über die Schlossallee bis zur Ecke Penzinger Straße erstrecken. Damit ist de facto die Westeinfahrt blockiert. Ein Konzept, wie der Verkehr zum Konzert abgewickelt beziehungsweise umgeleitet werden soll, blieb der Veranstalter bisher schuldig, ergab eine Nachfrage des Standard beim ÖAMTC.

Auch im Büro von Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (SP) wird bestätigt, dass bisher noch keine Anträge eingelangt seien. Feststeht: "Wenn es die Besuchermassen erfordern, wird die Westeinfahrt gesperrt", so ein Sprecher des Stadtrates.

Gut eineinhalb Monate nach dem Tod von Michael Jackson hat sein Leibarzt Conrad Murray nun öffentlich seine Unschuld beteuert. "Ich habe alles getan, was ich tun konnte", sagte er in seiner ersten öffentlichen Äußerung mittels Video-Botschaft auf der Promiklatsch-Website tmz.com. Am Mittwoch wurde außerdem bekannt, dass Jackson am 29. August in einem Vorort von Los Angeles bestattet werden soll - an diesem Tag wäre der Sänger 51 Jahre alt geworden. (Bettina Fernsebner-Kokert, Andrea Heigl / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2009)

 

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    Kaiserliches Ambiente für den toten King of Pop: Am 26. September soll das von Jackos Bruder Jermaine Jackson auf CNN angekündigte Gedenkkonzert über die Bühne gehen. Wer diese tatsächlich betreten wird, steht derzeit noch nicht fest.

     

     

    Maßnahmen gegen Schwarzmarkt

    Die Tickets für das Tribute-Konzert werden in drei Etappen verkauft, teilten die Veranstalter am Donnerstagabend  mit. Diese Maßnahme soll dazu dienen, "den Schwarzmarkt, der bereits eingesetzt hat, möglichst zu unterbinden".

    Etliche Websites von nicht autorisierten Tickethändlern seien online, die fiktive Kategorien ebenso wie Preise von teilweise über 1.000 Euro für Stehplatztickets anbieten würden. Reguläre Tickets gibt es in acht Kategorien, wobei Stehplätze zwischen 63 und 212 Euro kosten, für einen Sitzplatz im Ehrenhof muss man zwischen 278 und 518 Euro berappen.

    Die Homepage der Veranstaltung tribute2009.com war anfangs völlig überlastet und hatte auch mit Hacker-Angriffen zu kämpfen hatte, woraufhin der Server für eine halbe Stunde  zusammenbrach. (APA)

     

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