Massa will Gas geben

17. August 2009, 19:40
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Der Brasilianer kann die Rückkehr auf die Piste kaum erwarten. "Aus psychologischer Sicht hat der Unfall keinerlei Auswirkungen auf mich"

Sao Paulo - Der brasilianische Formel-1-Pilot Felipe Massa will lieber heute als morgen wieder zurück auf die Piste. "Wenn es nach mir ginge, wäre ich schon gestern zurückgekehrt. Aber leider hängt es nicht allein von mir ab", sagte der 28-Jährige, der sich in seinem Haus in Sao Paulo von dem schweren Unfall in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn im Juli erholt. Zugleich räumte er in seinem am Montag von brasilianischen Medien veröffentlichten ersten Interview nach seiner Rückkehr nach Brasilien ein: "Obwohl ich mich gut fühle, bin ich noch nicht hundertprozentig fit."

Er bedauerte, dass Michael Schumacher ihn wegen der Schmerzen im Nacken nicht bis zur seiner Rückkehr ersetzen könne. "Schumi" habe aber bereits von Schmerzen berichtet, als er ihn in Budapest im Krankenhaus besucht habe. "Schumacher sagte mir, dass er Schmerzen im Nacken gespürt habe, wenn das Fahrzeug über Unebenheiten auf der Strecke gefahren sei." Er, Schumacher, habe sich dann untersuchen lassen und beschlossen, dass es besser sei zu warten, bis das Problem sich bessere. "Das machte ihn sehr traurig."

Bei Massa stehen nach neuen Untersuchungen im September vermutlich anschließende Gesundheitschecks beim Automobil-Weltverband (FIA) an. "Aus psychologischer Sicht hat der Unfall keinerlei Auswirkungen auf mich", sagte Massa. "Ich habe schon viel hässlichere Unfälle erlitten." Und: "Ich habe keine Angst, Gas zu geben." An den Unfall selbst hat der Formel-1-Fahrer keine Erinnerungen. Er habe die Radfeder, die ihn am Helm traf, nicht gesehen. Es sei ein "verrückter Unfall" gewesen.

Als Problem galt bisher die Verletzung des linken Auges. Nach dem Unfall sei die Sehkraft bei 50 Prozent unter den Normalwerten gelegen. Die letzten Untersuchungen ergaben aber eine deutliche Verbesserung auf 95 Prozent. "Das macht mir keine Sorgen, in einigen Tagen wird alles wieder normal sein. Mit Blick auf das Gehirn spüre ich keinerlei Unterschied. Auch meine Familie sagt mir, dass ich derselbe bin wie früher, vor allem bei den Witzen kann man das nachprüfen. Aber es sind die Untersuchungen, die über meine Rückkehr entscheiden."

Massa kann derzeit noch kein körperliches Training absolvieren. Die Ansage der Ärzte lautet: Ausspannen und erholen. "Das ist die langweilige Seite, man kann nicht viel machen", meinte der Rekonvaleszent, der zugleich bestätigte, dass er sich noch einem chirurgisch-plastischen Eingriff an der Gesichtsnarbe unterziehen muss. (APA)

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